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< VHS-Vortrag von Reiner Oschewsky: … oder doch ein Trauerredner?
29.04.2017 14:15 Alter: 61 Tage

„Fragt uns, wir sind die letzten...“ - Erinnern für die Zukunft

Gespräch mit der Zeitzeugin Alodia Witaszek-Napierała, 10. Mai 2017, 19.30 Uhr Ev. Christuskirche, Gemeindehaus, Dromersheimer Chaussee 1, 55411 Bingen-Büdesheim


Für alle Interessierten am 10. Mai um 19.30 Uhr eine öffentliche Abendveranstaltung statt,
die von mehreren Kooperationspartnern unterstützt wird:
Gespräch mit der Zeitzeugin Alodia Witaszek-Napierała im Gemeindehaus der Ev. Christuskirche, Dromersheimer Chaussee 1, Bingen-Büdesheim


Alodia Witaszek-Napierała wurde am 03. Januar 1938 in Poznań (dt. Posen) geboren. Am 10.
September 1939 besetzte die deutsche Wehrmacht Poznań. Die polnische Bevölkerung
wurde systematischem Terror ausgesetzt, wurde vertrieben oder in Konzentrationslager
deportiert.


Alodias Vater, ein angesehener Arzt und Wissenschaftler an der Posener Universität, wurde
als Angehöriger der Widerstandsbewegung im Januar 1943 verhaftet, zum Tod verurteilt und
hingerichtet. Wenige Tage danach wurde die Mutter zu Hause abgeholt und nach Ausschwitz
deportiert.


Die fünf Jahre alte Alodia wurde zusammen mit ihrer kleinen Schwester in das berüchtigte
„Jugendverwahrlager Litzmannstadt“ im heutigen Łódź gebracht. Da die Kinder den
rassistischen Idealen der Nazis entsprachen, wurden sie zur "Germanisierung" ausgewählt
und zur Umerziehung in verschiedenen Kinderheimen untergebracht.
Im April 1944 wurde Alodia unter ihrem neuen Namen Alice Wittke als vermeintliches
Waisenkind aus Deutschland von einem kinderlosen deutschen Ehepaar adoptiert.
1947 kehrte Alodia nach Polen zurück. Es begann die schwierige Zeit des Wieder-Erlernens
der Muttersprache und der Rückkehr in eine fast vergessene Familie.
Alodia Witaszek-Napierała engagiert sich seit vielen Jahren als Zeitzeugin. Im Rahmen der
Zeitzeugenbesuche im Bistum Mainz berichtet sie mehrmals im Jahr Schulklassen in
Rheinhessen, im Odenwaldkreis und in der Wetterau von ihren Erlebnissen.
Ihre lebhaften Schilderungen in deutscher Sprache - die sie nach dem Krieg erneut erlernt
hat und bis heute sehr gut spricht - beeindrucken Jugendliche und Erwachsene
gleichermaßen. Ihr Schicksal zeigt die unerbittliche Härte, mit der die Nationalsozialisten
ihren völkischen Rassewahn durchzusetzen versuchten.
Organisiert wird der Besuch vom Referat für Weltmission/Gerechtigkeit und Frieden im
Bischöflichen Ordinariat Mainz und dem Pax Christi Diözesanverband Mainz in enger
Kooperation mit dem Maximilian-Kolbe-Werk in Freiburg, das seit vielen Jahren Überlebende
der Konzentrationslager und Ghettos auf vielfältige Weise unterstützt.
Besuche von polnischen Zeitzeugen im Bistum Mainz finden seit 2001 statt.

Weitere Informationen:
Alois Bauer, Tel.: 06131-253263 oder 0151-14638709, frieden@bistum-mainz.de
Stephanie Roth, Tel. 06042-4057522, zeitzeugen@stephanie-roth.de
Katja Steiner, Tel. 06131-253685, katja.steiner@bistum-mainz.de