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Programm / Programm / Gesellschaft / Philosophie, Religion
Programm / Programm / Gesellschaft / Philosophie, Religion

Kurs abgeschlossen Einführung in die Philosophie - Sommerworkshop (09)

Mo. 07.08.2017 (09:30 - 12:30 Uhr) - Mo. 14.08.2017
Dozent: Christopher Nixon

Der Sommer-Workshop richtet sich an alle, die am kritischen Denken und interdisziplinären Fragestellungen interessiert sind. Thematische Kenntnisse sind nicht erforderlich.

Anmeldung auf Warteliste Einführung in die Philosophie (10)

Mo. 04.09.2017 (10:30 - 12:30 Uhr) - Mo. 20.11.2017
Dozent: Christopher Nixon

Hannah Arendt und die Pflicht zum Ungehorsam
Der Einsteigerkurs in die Philosophie richtet sich an alle, die am kritischen Denken und interdisziplinären Fragestellungen interessiert sind. Thematische Kenntnisse sind nicht erforderlich. Halbjährlich wechselt das Thema.
Margarethe von Trotta präsentierte 2012 in ihrem Kinofilm Person und Philosophin Hannah Arendt einem breiten Publikum. Gezeigt wird die Geschichte ihres Berichts zum Eichmann-Prozess, den sie langerwartet 1963 publizierte. Das markierte einen tiefen Einschnitt in Arendts Leben. Ihre Kritik an den Judenräten, Eichmann als "banales Böse" empörten und führten zum Buch mit ihren Freunden.
Diese Holocaust-Kontroverse und die Aktualität ihres Denkens lohnen eine intensive Lektüre. Welche Rolle spielt Wahrheit in Politik und Philosophie? Was sind Arbeit, Herstellen und Handeln als "conditio humana"? Was heißt es im Exil heimatlos und staatenlos zu sein? Arendts Erfahrungen bekommen eine authentische und donnernde Sprache.
Im Kurs wird das facettenreiche Denken Arendts in einem Querschnitt aus ihren Hauptwerken (The Human Condition, Eichmann in Jerusalem), Essays (We Refugess, Wahrheit und Politik), Briefen (an Gershom Scholem) und Gesprächen (mit Joachim Fest) erforscht.
Ich empfehle zur Einführung das Essay "Sokrates. Apologie der Pluralität" zur ersten Sitzung, das bei Matthes& Seitz 2017 erschienen ist. Weiterführende Artikel und Hinweise finden Sie bei www.hannaharendt.net. Die Dokumentation "Hannah Arendt und die Pflicht zum Ungehorsam" ist auf YouTube ebenfalls online.

Anmeldung möglich Philosophie und Literatur. Heimat und Exil (05)

Mo. 27.11.2017 (17:30 - 19:30 Uhr) - Mo. 29.01.2018
Dozent: Christopher Nixon

Im disziplinübergreifenden Gespräch zwischen Philosophie und Literatur sollen urmenschlichen Fragen und Erfahrungen nachgegangen werden. Thematische Kenntnisse sind nicht erforderlich. Halbjährig wechselt das Thema.
"Heimat ist nicht bloß ein Aufenthaltsort, den man wählt und verändern kann (...). Sie ist (...) etwas Unvordenkliches (...). So muss das Leben im Exil von dem Gedanken an die Heimat begleitet sein", schreibt H.-G. Gadamer.
Im Kurs wird dieses Drama zwischen Exil und Heimat in Philosophie und Literatur (Gedicht, Roman) nachgezeichnet. Am Beginn dieses Nachforschens steht Jean Amérys Essay "Wieviel Heimat braucht der Mensch?". Heimat ist Sicherheit (Geborgenheit, Wohnen nach Otto Bollnows) durch Heimatwelt und Muttersprache - "Nichtgastsein" (Königsdorf). Ist es unmöglich, "in den Dingen zu leben, die uns Geschichten erzählen", wird die Heimatlosigkeit als Verlust von Identität und Vergangenheit erfahren.
In dem Wunsch nach Heimkehr, die Hilde Domin in ihren Gedichten behandelt, liegt ein Verklärungsmoment, das Herta Müller, wenn sie Heimat Illusion, "Phantomschmerz des Erinnerns" nennt, entlarvt. Ernst Bloch hat ihn in einem utopischen Heimatbegriff überhöht: Heimat entsteht durch den "arbeitenden, schaffenden (...) Mensch" als etwas, "das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war". Klaus Mann (Der Vulkan) und Hans Sahl (Die Wenigen und die Vielen) schließen den Kurs ab.
Amérys Essay ist bei Klett-Cotta in "Jenseits von Schuld und Sühne" erschienen.

Anmeldung möglich Lesung: Monika Böss stellt ihr neues Buch vor (16)

Do. 23.11.2017 19:00 - 21:15 Uhr
Dozentin: Monika Böss

Monika Böss stellt ihr neues Buch vor:
Tante Gretel oder Die wundersame Tadellosigkeit

Der Roman erzählt von Illusionen und Erwartungen, absurden Beziehungsgeflechten, entlang jener Begrenzung, die zwischen geglückter oder verfehlter Lebensbewältigung verläuft.
Jährlich zur Kerb kommt Gretel Brageiß zu Verwandtenbesuch in das rheinhessische Dorf. Ihre Friedlosigkeit trägt sie mit sich, Sie, eine frömmelnde Kupplerin, versteht es mit den Zeitläufen umzugehen. Perfide spielt sie ihre Überlegenhzeit aus. Misanthropisch ihre speziellen Geheimnisse hütend, wirft sie ihre Fangstricke aus.
Niemand wird unbeschadet ihrem Einfluss entgehen.
Es ist das Milieu der Winzerdörfer Rheinhessens, der kleinen Städte im Rheintal, der Mühlen an der Nahe, eine Welt voller Poesie, doch auch der Einschränkung und Begrenzung. Das Geruhsame streift seinen Kokon ab, um sich in den Wirbel der Ereignisse zu stürzen.

Kooperationsveranstaltung der Volkshochschule und der Stadtbibliothek Bingen

Plätze frei Leila Emami und Fenna Williams lesen aus ihrer Krimikomödie (20)

Do. 26.10.2017 19:00 - 21:15 Uhr
Dozentin: Leila Emami

Im idyllischen Weinland Mittenrhein* finden die rüstige Winzerin Elisabeth und das ewige Blumenkind Rosemarie ihre Freundin Klara tot im Garten ihres Hauses. Leider vertritt die Polizei die Theorie, dass alte Leute schon mal aus dem Fenster fallen. Elisabeth und Rosemarie erkennen jedoch die Zeichen des Grauens - es war Mord! Sie setzen Himmel und Hölle, den eigenen Neffen und sogar eine türkische Detektivin in Bewegung, um dem Verbrechen die Stirn zu bieten. Auf beiden Seiten des Rheins ermitteln sie, wer von Klaras Tod profitieren könnte und das sind nicht wenige. Gleichzeitig entdecken sie korrupte Kommunalpolitiker, einen dubiosen Schönheitschirurgen und die Geschichte einer großen Liebe ...

* Das idyllische Weinland Mittenrhein besteht übrigens aus dem Weingau (= der Rheingau) und aus Weinhessen (= Rheinhessen).

Was für diese Lesung spricht:
1. Die beiden Autorinnen: Fenna Williams (das ist die Wiesbadenerin Ute Mügge-Lauterbach) ist eine überregional bekannte Autorin; Leila Emami lebt in Rüdesheim und ist durch ihre Krimi-Wein-Wanderungen zusammen mit Wolfgang Blum (eine davon führte auch nach Bingen) in der Region sehr bekannt. Beide lesen toll!
2. Das Thema: Die Heldinnen sind zwei ältere Frauen, eine davon Winzerin, beide selbstbewusst mit Witz, Tatkraft und ohne jegliche kindische Seniorenattitüde.
3. Nur über unsere Leichen ist sehr, sehr witzig.

Kooperationsveranstaltung der Volkshochschule und der Stadtbibliothek Bingen

Plätze frei Einführung in die Philosophie (10)

Mo. 05.03.2018 (10:30 - 12:30 Uhr) - Mo. 14.05.2018
Dozent: Christopher Nixon

Leben mit/in Geschichten und biografisches Erzählen
Der Einsteigerkurs in die Philosophie richtet sich an alle, die am kritischen Denken und interdisziplinären Fragestellungen interessiert sind. Thematische Kenntnisse sind nicht erforderlich. Halbjährlich wechselt das Thema.
"Wo beginnt die Geschichte?", fragt Klaus Mann im "Wendepunkt". Reicht unsere Lebensgeschichte bis ins Unbewusste, ins "Zwielicht ... des barbarischen Tempels"?. "Nichts ist zusammenhanglos", und das eigene Dasein ist in Eigen- wie Fremdgeschichten gnadenlos "verstrickt" (W. Schapp). Im biografischen Erzählen erst fügen sich unsere "Fäden", die Handlungen und Sprechen täglich in das bereits bestehende "Gewebe" einschlagen (H. Arendt), in ein "Muster", Mythos (Aristoteles), Thema: Sinnzusammenhang. Identität wird narrativ erzeugt (P. Ricoeur, R. Rorty, A. MacIntyre). Philosophie und Psychologie (etwa T. Habermas in "The Oxford Handbook of Identity Development") haben dies erkannt und untersucht. Das In-Geschichten-Verstricksein ist auch ein In-Schuld-Verstricksein, was die Frage nach (metaphysischer) Schuld erneut kompromisslos stellt (K. Jaspers).
Zu Beginn steht Sarah Polleys Film "Stories We Tell" (2012) und Hannah Arendts narrative Theorie im Fokus.
Im Kurs soll ein Schreibheft geführt werden, wie M. Foucault die antiken Hypomnemata beschreibt. Bitte bringen Sie ein Notizbuch mit. Zur Einführung empfehle ich D. Thomäs Buch "Erzähle dich selbst. Lebensgeschichte als philosophisches Problem", das 2007 bei Suhrkamp erschienen ist.

Plätze frei Einführung in die Philosophie (12)

Mo. 28.05.2018 (10:30 - 12:30 Uhr) - Mo. 30.07.2018
Dozent: Christopher Nixon

Roland Barthes
Roland Barthes (1915-1980) prägte die Philosophie des 20. Jahrhunderts mit seinem originären Denken und seinem unverwechselbaren, fragmentarischen Schreibstil (écriture), worin Möglichkeiten und Grenzen wissenschaftlichen Nachdenkens ausgelotet und überschritten werden. Seine Texte fordern die LeserInnen zum aktiven Spiel mit dem Sinn. Eigentlich ist das die Lust, "Wollust" (jouissance) am Text, wie Barthes es 1973 in seinem Buch ausführt. Seine Themen sind erstaunlich bunt: u.a. Alltagsmythen ("Mythologies", 1957), Liebe ("Fragments d’un discours amoureux", 1977) und Fotografie ("La chambre claire", 1980). Zudem liefert Roland Barthes in "Roland Barthes" (1975) sich den LeserInnen selbst als "Text" (texture) aus. 2009 erweitert diese Selbstoffenbarung das "Journal de deuil", das postum erschienen ist. Im Kurs soll seine Entwicklung bis hin zum Literaten in den "Incidents" (Beobachtungen, Begebenheiten, die Barthes in den Jahren 1968 und 1969 in Marokko machte) nachgezeichnet werden.
Alle Texte sind auf Deutsch erhältlich. Beginnen möchte ich mit "Roland Barthes", dessen autobiographisches Schreiben an den obigen Einführungskurs anknüpft. Das Buch ist bei Matthes & Seitz publiziert.
Ich empfehle O. Ettes Einführung bei Junius. Suhrkamp hat 2015 zudem eine umfangreiche Biografie herausgebracht.