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Programm / Programm / Gesellschaft / Philosophie, Religion
Programm / Programm / Gesellschaft / Philosophie, Religion

Plätze frei Einführung in die Philosophie (10)

Mo. 05.03.2018 (10:30 - 12:30 Uhr) - Mo. 14.05.2018
Dozent: Christopher Nixon

Leben mit/in Geschichten und biografisches Erzählen
Der Einsteigerkurs in die Philosophie richtet sich an alle, die am kritischen Denken und interdisziplinären Fragestellungen interessiert sind. Thematische Kenntnisse sind nicht erforderlich. Halbjährlich wechselt das Thema.
"Wo beginnt die Geschichte?", fragt Klaus Mann im "Wendepunkt". Reicht unsere Lebensgeschichte bis ins Unbewusste, ins "Zwielicht ... des barbarischen Tempels"?. "Nichts ist zusammenhanglos", und das eigene Dasein ist in Eigen- wie Fremdgeschichten gnadenlos "verstrickt" (W. Schapp). Im biografischen Erzählen erst fügen sich unsere "Fäden", die Handlungen und Sprechen täglich in das bereits bestehende "Gewebe" einschlagen (H. Arendt), in ein "Muster", Mythos (Aristoteles), Thema: Sinnzusammenhang. Identität wird narrativ erzeugt (P. Ricoeur, R. Rorty, A. MacIntyre). Philosophie und Psychologie (etwa T. Habermas in "The Oxford Handbook of Identity Development") haben dies erkannt und untersucht. Das In-Geschichten-Verstricksein ist auch ein In-Schuld-Verstricksein, was die Frage nach (metaphysischer) Schuld erneut kompromisslos stellt (K. Jaspers).
Zu Beginn steht Sarah Polleys Film "Stories We Tell" (2012) und Hannah Arendts narrative Theorie im Fokus.
Im Kurs soll ein Schreibheft geführt werden, wie M. Foucault die antiken Hypomnemata beschreibt. Bitte bringen Sie ein Notizbuch mit. Zur Einführung empfehle ich D. Thomäs Buch "Erzähle dich selbst. Lebensgeschichte als philosophisches Problem", das 2007 bei Suhrkamp erschienen ist.

Plätze frei Einführung in die Philosophie (12)

Mo. 28.05.2018 (10:30 - 12:30 Uhr) - Mo. 30.07.2018
Dozent: Christopher Nixon

Roland Barthes
Roland Barthes (1915-1980) prägte die Philosophie des 20. Jahrhunderts mit seinem originären Denken und seinem unverwechselbaren, fragmentarischen Schreibstil (écriture), worin Möglichkeiten und Grenzen wissenschaftlichen Nachdenkens ausgelotet und überschritten werden. Seine Texte fordern die LeserInnen zum aktiven Spiel mit dem Sinn. Eigentlich ist das die Lust, "Wollust" (jouissance) am Text, wie Barthes es 1973 in seinem Buch ausführt. Seine Themen sind erstaunlich bunt: u.a. Alltagsmythen ("Mythologies", 1957), Liebe ("Fragments d’un discours amoureux", 1977) und Fotografie ("La chambre claire", 1980). Zudem liefert Roland Barthes in "Roland Barthes" (1975) sich den LeserInnen selbst als "Text" (texture) aus. 2009 erweitert diese Selbstoffenbarung das "Journal de deuil", das postum erschienen ist. Im Kurs soll seine Entwicklung bis hin zum Literaten in den "Incidents" (Beobachtungen, Begebenheiten, die Barthes in den Jahren 1968 und 1969 in Marokko machte) nachgezeichnet werden.
Alle Texte sind auf Deutsch erhältlich. Beginnen möchte ich mit "Roland Barthes", dessen autobiographisches Schreiben an den obigen Einführungskurs anknüpft. Das Buch ist bei Matthes & Seitz publiziert.
Ich empfehle O. Ettes Einführung bei Junius. Suhrkamp hat 2015 zudem eine umfangreiche Biografie herausgebracht.

Plätze frei 13. Interreligiöses Gespräch: Was macht das Kreuz dort an der Wand? (00)

Do. 22.03.2018 19:00 - 22:00 Uhr
Dozentin: Yoshiharu Matsuno

13. Interreligiöses Gespräch: Was macht das Kreuz dort an der Wand?
Zum Verhältnis von Religion und Staat
Je nach Region ist es noch ganz selbstverständlich, dass ein Kreuz in staatlichen Einrichtungen hängt, im Gerichtssaal oder in Schulen. Doch immer wieder haben Menschen in den letzten Jahren gefordert, dass solche religiösen Symbole in staatlichen Gebäuden abgehängt werden. Aktuell wird zum Beispiel in Ingelheim diskutiert, ob die neue Veranstaltungshalle King eine religiöse Einweihung erfahren soll.
Denn im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland steht, dass der Staat sich weltanschaulich und religiös neutral verhalten soll. Der deutsche Staat sichert allen Bürgerinnen und Bürgern Religionsfreiheit zu, solange dadurch nicht die Rechte Dritter eingeschränkt oder verletzt werden. Aus diesem Grund hat das Bundesverfassungsgericht vielen Klagen stattgegeben, so dass religiöse Symbole aus staatlichen oder öffentlichen Gebäuden entfernt werden mussten.
Auf der anderen Seite fördert der Staat weltanschauliche und religiöse Gruppen, zum Beispiel durch zielgerichtete Fördermittel für Kindertagesstätten und Schulen. Manche Religionsgruppen genießen Vorteile, wenn sie eine Körperschaft des öffentlichen Rechts sind. Schließlich hält die Verfassung der Bundesrepublik ebenso fest, dass sie sich einem Gott und den Menschen verpflichtet weiß.

Dr. Yoshiharu Matsuno (Buddhismus), Dr. Hüseyin Kurt (Islam), Dr. Schütz (Evangelische Kirche) und
Dr. Peter Waldmann (Judentum).

Einführung: Olliver Zobel
Moderation: Dr. Ralf Kohl
In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Johanneskirchengemeinde Bingen.

Plätze frei ErLesenes - Literatur im Gespräch (05)

Fr. 09.02.2018 (10:00 - 11:30 Uhr) - Fr. 15.06.2018
Dozentin: Dr. Monika Lippke

Novellen von Goethe bis zum Realismus
Die Novelle ist eine kurze, spannende Erzählform, die laut Goethe eine "unerhörte Begebenheit" zum Gegenstand macht. In ihrer historischen Entwicklung ist sie eng mit der Tradition mündlichen Erzählens in größerer Runde verknüpft. Bestens geeignet also, um darüber auch heute in offener Atmosphäre ins Gespräch zu kommen.
Ausgehend von unseren persönlichen Leseeindrücken erschließen wir gemeinsam die literatur- und kulturgeschichtliche Perspektive der Texte. Nach einer kurzen Einführung beginnen wir mit Goethes "Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten" (1795), dem Auftakt der deutschen Novellengeschichte. Es folgen: Heinrich von Kleist: Das Erdbeben in Chili (1807), Joseph von Eichendorff: Das Marmorbild (1819), Paul Heyse: L’Arrabbiata (1854), Theodor Storm: Der Schimmelreiter (1888). Alle Texte sind in Reclam-Ausgaben erhältlich.
Im kommenden Semester wird der Kurs fortgesetzt mit Novellen vom Naturalismus bis zur Gegenwart.

Plätze frei Literarisches Gespräch - "Brigitta" von Adalbert Stifter (10)

Fr. 26.01.2018 10:00 - 12:15 Uhr
Dozentin: Dr. Petra Urban

"Das Schönste, was der arme, fehlende Mensch hienieden vermag: das Verzeihen."
Adalbert Stifter (23.10.1805-28.01.1868)
Wer Worte sucht und findet, so die Literaturwissenschaftlerin und Schriftstellerin Dr. Petra Urban, ist lebendig, ist im Fluss. Wo ich rede, da bin ich ...
Aus Anlass des 150. Todestages von Adalbert Stifter bietet sie ein literarisches Gespräch über "Brigitta" an. Eine virtuos erzählte Geschichte, in der ein Ich-Erzähler in die ungarische Steppe entführt, dorthin, wo ein erstaunlich androgynes Paar eine nicht weniger erstaunliche Beziehung führt, leidenschaftlich und leidenschaftslos zugleich.
Gemeinsam gilt es herauszufinden, was uns der Text, der 1844 erstmals erschien, heute noch zu sagen hat. Wir wollen über Liebe und Schuld, das Verzeihen und die Schönheit sprechen. Und natürlich - wie bei Stifter gar nicht anders möglich - über die Natur, deren poetische Schilderung uns Aufschluss über die Seelenlandschaft der Handelnden gibt.
Wer an diesem Vormittag Willkommen ist? Begeisterungsfähige Menschen - akademisch gebildet oder nicht - die Lust verspüren, sich durch Stifters Text in neue Denk- und Gefühlsräume locken zu lassen, und die Spaß daran haben, sich über diese Ausflüge auszutauschen.

Plätze frei Lesung: Rheinhessen - Literatur und Landschaft (20)

Do. 07.06.2018 19:00 - 21:15 Uhr
Dozent: Volker Gallé

Lesung mit Volker Gallé, Walter Eichmann, Monika Böss, Ruth Ratter und Astrid Dinges
Heft 39 der pfälzischen Literatur- und Kulturzeitschrift Chaussee (ISSN 1436-1442) schaut über den Tellerrand der Pfalz und nimmt die "Literatur der Nachbarn: Rheinhessen" in den Blick. Dieser Landstrich war unter Napoleon mit großen Teilen der Pfalz im "Département du Mont Tonnerre" verbunden und die Kaiserstraße führte durch beide Regionen von Paris nach Mainz. Ihr ist das Titelbild gewidmet; das Motiv hat der Kaiserslauterer Fotograf Jörg Heieck eingefangen. Rheinhessen hat viele große Autorinnen und Autoren hervorgebracht. Daher bietet die Ausgabe unter anderen Texte von Stefan George und Arno Schmidt sowie Beiträge über Anna Seghers, Carl Zuckmayer und Georg K. Glaser. Auch die heutige Literaturszene kommt nicht zu kurz. Auf der Internetseite des Bezirksverbands Pfalz findet sich auch ein Schmankerl: Erstmals hat eine Autorin, nämlich Astrid Dinges, ihre Gedichte gelesen, die zum Hören zur Verfügung stehen.
Fünf Autorinnen und Autoren aus Rheinhessen werden an diesem Abend Texte vorstellen, die in der Chaussee veröffentlicht wurden.