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24.09.2020 11:39 Alter: 29 Tage

Gelungener Semesterauftakt der VHS Bingen „mit Abstand“

Dr. Michael Kopatz gibt im Kulturzentrum Denkanstöße für ein umweltfreundliches Leben


 „Das war definitiv keine gewöhnliche Semestereröffnung“ stellte René Nohr nach der Veranstaltung am Freitag 18.9.20 zufrieden, aber auch erleichtert fest. Schließlich müssen sonst keine Hygienekonzepte und Bestuhlungspläne für die zugelassenen Personen erstellt werden. Auch das sonst übliche Zusammenkommen der Besucher bei Wein und Imbiss musste in diesem Jahr leider ausfallen. Trotzdem ist der VHS-Leiter froh, dass es mit der Präsenzveranstaltung im Kulturzentrum geklappt hat und sich alle vorbildlich an die Auflagen gehalten haben. Oberbürgermeister Thomas Feser begrüßte in seiner Eigenschaft als VHS-Vorsitzender die Gäste und unterstützte nachdrücklich die Forderung des Referenten nach mehr politischem, auch lokalpolitischem Engagement der Bürgerinnen und Bürger. „Politische Bildung ist eine Kernaufgabe der Weiterbildung und an der VHS Bingen mit unterschiedlichen Projekten gut aufgestellt“, so OB Feser.

 

Das Buch „Schluss mit der Ökomoral – wie wir die Welt retten können, ohne ständig daran zu denken“ war der Auftakt in den Semesterschwerpunkt „Nachhaltig leben“ der VHS Bingen. Auf packende und zugleich informative Art zeigte Umweltwissenschaftler Dr. Michel Kopatz in seinem Vortrag, dass umweltfreundliches Verhalten nicht durch moralische Appelle entsteht, sondern die Politik gefordert ist, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und intelligente Standards und Limits zu setzen, damit „Öko“ zur Routine wird und die erhobenen Zeigefinger verschwinden.

 

Michael Kopatz war erfreut, dass sich auch Vertreter der lokalen Politik unter den Gästen waren und seinen Ideen zur Stadtentwicklung bis zum Ende lauschten. Den Vorschlag, doch bei einer Stadtratssitzung seine Strategie vorzustellen, kommentierte er mit den Worten: „Das ist der Grund, warum ich in meiner Heimatstadt im Stadtrat bin“. Trotzdem seien auch dort die Prozesse manchmal zäh, selbst wenn viele die Grundideen gut fänden. Die Probleme in den Städten seien oftmals ähnlich – die Parkplatzsituation ist schwierig, die Belange der Einzelhändler müssen berücksichtigt werden und zudem wünscht man sich noch sichere Radwege und mehr Lebensqualität durch Grünflächen in der Stadt. Hier seien kluge Wege der Politik gefragt, um umwelt- und klimafreundliche Entscheidungen zu treffen und zugleich die Bewohner nicht vor den Kopf zu stoßen.

 

Rund 50 begeisterte Besucher*innen vor Ort im großen Saal des Kulturzentrums, weitere 70 Menschen im Live-Stream sowie einige weitere, die „open air“ auf dem Freidhof dabei waren, tragen sicherlich die Gedanken auch in die Stadt Bingen. Wir dürfen also gespannt sein, ob das Prinzip der „Ökoroutine“ auch in Bingen Anwendung findet.