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16.02.2021 08:12 Alter: 157 Tage

Bingen liest ein Buch: Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters


VHS-Reihe „Bingen liest ein Buch“ nimmt jüdisches Leben in Deutschland in den Blick

Einmal im Jahr wird im März in Bingen ein Buch zum Stadtgespräch und auch zum Anlass für mehrere Veranstaltungen, die thematisch an das Buch anknüpfen. Im Mittelpunkt steht dieses Jahr das Thema Judentum. Im Jahr 2021 leben Jüdinnen und Juden nachweislich seit 1700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Die Volkshochschule Bingen hat das Festjahr aufgegriffen und einen thematisch passenden Roman herausgesucht:


Dimitrij Kapitelman „Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters“
Bevor Dmitrij Kapitelman und sein Vater nach Israel aufbrechen, beschränkten sich ihre Ausflüge auf das örtliche Kaufland – damals in den Neunzigern, als sie in einem sächsischen Asylbewerberheim wohnten und man die Nazis noch an den Glatzen erkannte. Heute verkauft der Vater Pel-meni und Krimsekt und ist in Deutschland so wenig heimisch wie zuvor in der Ukraine. Vielleicht, denkt sein Sohn, findet er ja im Heiligen Land Klarheit über seine jüdische Identität. Und er selbst – Kontingentflüchtling, halber Jude, ukrainischer Pass – gleich mit.


Die Reihe in der VHS und Musikschule Bingen besteht aus vier Veranstaltungen:
Dmitrij Kapitelman kommt zur Lesung nach Bingen, liest aus seinem Roman „Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters“ und eröffnet damit „Bingen liest ein Buch 2021“ (Fr., 05.03.2021 um 19 Uhr). Dmitrij Kapitelman ist 1986 in Kiew geboren, kam er im Alter von acht Jahren als »Kontin-gentflüchtling« mit seiner Familie nach Deutschland. Er studierte Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Leipzig und absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München. Heute arbeitet er als freier Journalist. Für „Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters“ gewann er 2016 den Klaus-Michael Kühne-Preis.


Das Kikubi beteiligt sich mit dem Film Rabbi Wolff an der Reihe. Aufgrund des Lockdowns ist dieses Mal der Film jedoch nur über das Portal filmfriend der Bücherei³ mit dem Büchereiausweis abrufbar. Gezeigt wird das Porträt William Wolffs. Er ist Ende 80 und der wohl ungewöhnlichste Rabbiner der Welt. Der kleine Mann mit Hut wurde in Berlin geboren, hat einen britischen Pass und wohnt in einem Häuschen in der Nähe von London. Immer Mitte der Woche fliegt er nach Hamburg, steigt dort in den Zug und pendelt zu seinen Jüdischen Gemeinden nach Schwerin und Rostock. Samstags nach dem Gottesdienst geht es zurück nach London - es sei denn, er ist bei Verwandten in Jerusalem, auf Fastenkur in Bad Pyrmont oder beim Pferderennen in Ascot.Für den Themenabend „Jüdisches Leben in Bingen“ (Di. 16.03.2021 um 19 Uhr) konnten für die Diskussion Andreas Berg (Kulturredakteur und Journalist beim SWR) und Hermann-Josef Gund-lach (Arbeitskreis jüdisches Bingen) gewonnen werden. Passend dazu wird es unter der musikalischen Leitung von Daniel Hecht (Musikschule Bingen) ein exquisites Programm mit jüdischer Musik und einen kulinarischen Einblick in koscheres Essen durch VHS-Dozentin Sabine Wentzel-Lietz geben.


Das bewährte Format „Binger literarisches Quartett“ (19.03.2021 um 19 Uhr) wird den Abschluss der Reihe bilden. Dieses Mal jedoch in zum Teil neuer Besetzung: Beate Scherzer (Buchhändlerin Buchhandlung Proust Essen und Expertin für jüdische Literatur), Julia Löffler (Bücherei³ Bingen), Walter Eichmann und Tobias Strunk (VHS Bingen) führen ein literarisches Gespräch über den Roman „Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters“. Sie werden gemäß des gleichnamigen Fernsehvorbilds den gewählten Roman literarisch analysieren, über die Erzählung ins Gespräch kommen und in den gesellschaftlichen Kontext setzen.


Die Veranstaltungsreihe Bingen liest ein Buch 2021 im Überblick:
• 05.03.2021 19.00 Uhr Autorenlesung mit Dmitrij Kapitelman
• 16.03.2021 19.00 Uhr Themenabend Jüdisches Leben in Bingen
• 19.03.2021 19.00 Uhr Binger literarisches Quartett
• Jederzeit abrufbar Filmvorführung: Rabbi Wolff
  (über filmfriend bei der Bücherei³)


Aufgrund der aktuellen Lage wird die Reihe komplett online durchgeführt. Zur virtuellen Teilnahme bekommt man nach der Anmeldung einen Link für. die jeweilige Veranstaltung geschickt, so dass man auch von zuhause aus zuhören und mitdiskutieren kann. Die ursprünglich im Rahmen von „Bingen liest“ geplante Exkursion ins Jüdische Museum nach Frankfurt wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.


Die Veranstaltungsreihe findet in Kooperation von Volkshochschule und Musikschule Bingen, Kikubi, Bücherei³, Arbeitskreis Jüdisches Leben in Bingen und dem Verein tiftuf statt.
Weitere Informationen und Anmeldung unter: Volkshochschule und Musikschule Bingen: Tel. 06721-30885-0, Fax 06721-3088539, bzw. im Internet: www.vhs-bingen.de, E-Mail: service@vhs-bingen.de.
Anlagen: Fotos Dmitrij Kapitelman – Credit: Christian Werner