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Programm / Programm / Gesellschaft / Geschichte, Zeitgeschehen
Programm / Programm / Gesellschaft / Geschichte, Zeitgeschehen

Die jüdische Gemeinschaft begeht 2021 ein besonderes Jubiläum: In diesem Jahr leben Jüdinnen und Juden nachweislich seit 1.700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Im Rahmen des Festjahres wurde das lebendige, vielfältige jüdische Leben in Deutschland gefeiert und sein Beitrag zur Kultur präsentiert.

Wir ziehen Bilanz und blicken nach vorn: Was bedeutet es heute, jüdisch zu sein? Wieso bleibt die Lebenswirklichkeit von Jüdinnen und Juden in Deutschland abseits von Holocaustgedenken im öffentlichen Diskurs oftmals auf der Strecke? Welche Möglichkeiten gibt es, dem wachsenden Antisemitismus zu begegnen? Hat das Festjahr dazu beigetragen, jüdisches Leben in Deutschland dauerhaft sichtbarer zu machen?

Mit unseren Gästen aus Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft kommen wir zu diesen Fragen ins Gespräch und blicken auf das Jubiläumsjahr zurück. Seien Sie dabei und bringen Sie Ihre Fragen in die Diskussion ein!

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "Smart Democracy" und wird live aus der vhs Köln übertragen.

Anmeldung möglich Livestream - vhs.wissen live: Die Wiederfindung der Nation (10104X)

Fr. 29.10.2021 19:30 - 21:00 Uhr
Dozentin: Prof. Aleida Assmann

Bei Intellektuellen steht der Begriff der Nation unter Generalverdacht. Doch wer sagt denn, dass Nation automatisch ethnische Homogenität und eine "Volksgemeinschaft" bedeutet, die andere ausschließt?
Das ist die Sicht von Rechtsextremen, die den aufgegebenen Nationsbegriff inzwischen für sich erobert haben. Doch lässt sich nicht auch eine Form von Nation (wieder)finden, die sich als demokratisch, zivil und divers versteht und sich solidarisch auf die gewaltigen Zukunftsaufgaben einstellen kann? Diese und viele weiteren Fragen diskutieren Aleida Assmann und Herfried Münkler.

Aleida Assmann ist Professorin em. für Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. Sie wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (mit Jan Assmann, 2018).
Prof. Herfried Münkler ist Politikwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Politische Theorie und Ideengeschichte. Er lehrte als ordentlicher Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Gerda Henkel Stiftung statt.

Anmeldung möglich Livestream - vhs.wissen live: Srebrenica 1995 - ein europäisches Trauma (10105X)

Mi. 10.11.2021 19:30 - 21:00 Uhr
Dozentin: Prof. Marie-Janine Calic

Am Morgen des 11. Juli 1995 stürmten bosnisch-serbische Armee- und Polizeieinheiten nach tagelangem Beschuss die UNO-Schutzzone Srebrenica. Unter den Augen der Staatengemeinschaft ermordeten sie planmäßig über 8.300 Männer und Jungen.
"Srebrenica" wurde zum Trauma europäischer und internationaler Politik. Wie konnte es zu diesem Massenverbrechen kommen? Wer waren die Auftraggeber, was motivierte die Täter? Und welche Lehren hat Deutschland, hat die Welt daraus gezogen?

Marie-Janine Calic ist Professorin für Geschichte Ost- und Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).

Anmeldung möglich Livestream - vhs.wissen live: Chinas große Umwälzung (10106X)

Fr. 10.12.2021 19:30 - 21:00 Uhr
Dozent: Prof. Felix Wemheuer

Der gegenwärtige Aufstieg der Volksrepublik China führt zu einer Neuordnung der globalen Machtverhältnisse. Auch innerhalb des Landes haben sich durch die wirtschaftliche Entwicklung Klassen- und Geschlechterverhältnisse grundlegend verändert. Jedes Jahr verlieren Millionen von Bäuerinnen und Bauern ihr Land, und neue Klassen von freien LohnarbeiterInnen und von KapitalistInnen sind entstanden. Streiks, ländliche Unruhen und ethnische Konflikte sind die Folge.
Felix Wemheuer untersucht außerdem Chinas große Transformation im Kontext globaler Trends von Entkolonialisierung, Kaltem Krieg und dem Siegeszug des neoliberalen Kapitalismus. Rückständigkeit zu überwinden und den Westen wirtschaftlich einzuholen, war und ist ein zentrales Ziel der chinesischen Führung. Es wird der Frage nachgegangen, ob China das Weltsystem grundlegend verändert oder selbst zu einem neuen kapitalistischen Zentrum aufsteigt. Und es wird diskutiert, welchen Charakter die heutige chinesische Gesellschaft hat.

Felix Wemheuer ist Professor für Moderne China-Studien an der Universität zu Köln. Zuvor war er Gastwissenschaftler an der Harvard University und studierte "Geschichte der KPCh" an der Volksuniversität in Beijing.

Anmeldung möglich 75 Jahre vhs Bingen: Einfach.Bildung - Zur Geschichte von Klugheit und Dummheit (10110)

Mo. 15.11.2021 19:00 - 21:15 Uhr in Freidhof 11
Dozentin:

75 Jahre vhs Bingen
Von 1946 bis heute. Mittendrin. Für alle da.

Festvortrag zum Jubiläum im großen Saal des Kulturzentrums und als Livestream auf www.vhs-bingen.de

Dr. Tillmann Bendikowski, Journalist und Historiker, promovierte 1999 bei Prof. Hans Mommsen an der Ruhr-Universität Bochum. Als Gründer und Leiter der Medienagentur Geschichte in Hamburg veröffentlicht er Beiträge für Printmedien und Hörfunk sowie zahlreiche Bücher zu historischen Themen, zuletzt »Der deutsche Glaubenskrieg: Martin Luther, der Papst und die Folgen (2016)« und »Ein Jahr im Mittelalter« (2019). Seit März 2020 ist er als historischer Kommentator im NDR Fernsehen zu sehen. Mehr Informationen unter: www.medienagentur-geschichte.de

Plätze frei Ausstellung: Postsowjetische Lebenswelten (10120)

Di. 26.10.2021 (08:00 - 20:00 Uhr) - Fr. 17.12.2021 in Freidhof 11
Dozentin:

Gesellschaft und Alltag nach dem Kommunismus. Eine Ausstellung der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Internetplattform dekoder.org.

Das Ende der Sowjetunion im Dezember 1991 ist Ausgangspunkt der Ausstellung "Post-sowjetische Lebenswelten. Gesellschaft und Alltag nach dem Kommunismus". Die Schau widmet sich dem historischen Wandel, den die fünfzehn Nachfolgestaaten seitdem durchlaufen haben. Geographisch reicht der Blick damit von Osteuropa über den Kaukasus bis nach Zentralasien. Er schließt Staaten ein, deren Größe und Einwohnerzahl, Nationalgeschichte und kulturelle Prägungen, aber auch wirtschaftliche Ausgangspositionen kaum unterschiedlicher sein könnten. Umso eindrücklicher sind die Gemeinsamkeiten, die den Alltag dieser Gesellschaften vor allem in den 1990er Jahren prägten.

Die Ausstellung wirft Schlaglichter auf den sozialen Ausnahmezustand jenes Jahrzehnts, in dem die Menschen den Härten des Staatszerfalls und einem Markt ohne Recht ausgeliefert waren. Sie nimmt die Lebensverhältnisse in den Blick und macht die Wanderungsbewegungen sichtbar, die Menschen auf der Suche nach Arbeit und Wohlstand die Heimat verlassen ließen. Der Raubzug der Mafia und die Selbstbereicherung früherer Funktionäre, die das Staatseigentum privatisierten, sind ebenso Themen, wie die ethnischen Konflikte und regionalen Kriege, die häufig mit dem russischen Hegemoniestreben verbunden waren und sind.

Die Schau zeigt, wie mit Geschichte aber auch mit Religion Politik gemacht wird, wie der demokratische Aufbruch gelang, aber auch wie neue Autokratien entstanden. Medien- und Öffentlichkeit, Konsum- und Popkultur, ökologische Altlasten, die Frauenemanzipation sowie bemerkenswerte Fortschritte im Bereich der Digitalisierung werden ebenso auf den 20 Ausstellungstafeln dargestellt.

Das Konzept der Ausstellung sowie deren Texte stammen von Jan C. Behrends vom Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) in Potsdam. Der Osteuropahistoriker hat gemeinsam mit dem Kurator der Ausstellung Ulrich Mählert die 130 zeithistorischen Fotos ausgewählt, die im Mittelpunkt der Ausstellung stehen. Unterstützt wurden sie dabei von Cora Litwinski (ZZF). Die Gestaltung der Ausstellung besorgte der Leipziger Grafiker Thomas Klemm.

Herausgeber: Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und die Internetplattform dekoder.org.

Anmeldung möglich Möwenleicht über das offene Blau. Die Lyrikerin Hilde Domin (20112)

Fr. 05.11.2021 19:00 - 21:15 Uhr in Freidhof 11
Dozentin: Dr. Petra Urban

Möwenleicht über das offene Blau. Die Lyrikerin Hilde Domin
Ein Gedenkvortrag von Dr. Petra Urban zum 9. November
Etwas in Worte fassen, heißt hoffen, dass es gehört wird. Aus Anlass des 9. November erinnert Petra Urban an die Dichterin Hilde Domin. In ihrer Lyrik liebte sie das Zarte, Anmutige und Schwerelose. Im Leben war sie eine kämpferische, selbstbewusste Frau, die sich auch im hohen Alter noch quicklebendig einmischte. Eine, die mit der Kraft des "Dennoch" ausgestattet war. Als Tochter jüdischer Eltern flieht sie während des Nationalsozialismus ins Exil. Als Botin der Versöhnung kehrt sie zurück. Ihre Gedichte künden von Vertreibung und Leid, aber auch von dem unerschütterlichen Glauben an die Menschheit, den Frieden und die Schönheit der Welt.
Einfühlsam und poetisch beschreibt Petra Urban den Weg von der Tochter aus gutem Hause hin zur berühmten Dichterin, deren "Worte leise kommen", für die das Schreiben Rettung, die Sprache Zuflucht war.

In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Jüdisches Bingen

Anmeldung möglich Semestereröffnung: Havanna, Literatur und Musik (20050)

Sa. 12.02.2022 19:00 - 21:45 Uhr
Dozent: Axel Grote

Axel Grote ist Jazzmusiker und entwickelt multimediale Städteportraits.
Zum ersten Mal innerhalb der Reihe seiner Städteportraits betritt er mit Havanna
außereuropäischen Boden, wohin er vor drei Jahren reiste, wie immer Kamera, Skizzenbuch und landeseigene Literatur im Gepäck. Durch seine Musik, Texte und Zeichnungen sowie Fotografien und Filmsequenzen wird die Reise lebendig.

Neben der großen, oft tragischen Geschichte dieser Stadt bewegten ihn die Begegnungen
mit den Menschen, die dort leben und durch die er ein Stück weit Einblicke in Lebensalltag,
religiöse Bräuche und Kultur erhalten konnte.
Im Vordergrund steht dabei die Stilvielfalt der Musica cubana, wie sie sich ihm bei Konzerten
und Proben darstellten und die das musikalische Programm des Abends widerspiegelt.
Neben der Musik beschäftigen sich die literarischen Texte mit der Geschichte und dem
Erscheinungsbild der Stadt und greifen mit namhaften kubanischen Autoren das Leben in
ihr auf. Dabei darf nicht einer der großen Liebhaber Havannas fehlen, der hier zahlreiche
seiner berühmtesten Werke verfasste: Ernest Hemingway, der bis heute noch von Kubanern
als Papa bezeichnet wird.

Die Texte und Songs werden von Marleen Michaelis vorgetragen, musikalisch begleitet
von Axel Grote (sax, flute), Sebastian Kling (piano, Akkordeon), Florian Werther (bass)
und Axel Pape (drums).