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Programm / Programm / Gesellschaft / Philosophie, Religion
Programm / Programm / Gesellschaft / Philosophie, Religion

Anmeldung auf Warteliste Einführung in die Philosophie (10)

Mo. 15.10.2018 (10:30 - 13:00 Uhr) - Mo. 19.11.2018
Dozent: Christopher Nixon

Gesellschafts- und Kulturkritik I
Der Einsteigerkurs in die Philosophie richtet sich an alle, die am kritischen Denken und interdisziplinären Fragestellungen interessiert sind. Thematische Kenntnisse sind nicht erforderlich. Halbjährlich wechselt das Thema.
Die gesellschaftliche Funktion der Philosophie sei "die Kritik des Besehenden" als "Versuch, Vernunft in die Welt zu bringen". Das schreibt 1940 Max Horkheimer, der nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wie Th. W. Adorno in die USA emigrieren musste. Der Sozialphilosophie geht es um die Freilegung der "Pathologien des Sozialen" (Axel Honneth), die den Menschen (ein Zoon politikon) ein selbstbestimmtes Leben unmöglich machen. Das Ziel wäre eine emanzipiert, versöhnte Gesellschaft, wo man "ohne Angst verschieden sein kann" (Adorno).
Im Kurs werden im Herbst Auszüge aus zwei Schlüsseltexte der Frankfurter Schule gelesen: "Dialekt der Aufklärung" (1944) und "Zur Kritik der instrumentellen Vernunft" (1947). Gerade die Ausführungen zur Kulturindustrie bezeugen die ungebrochene Aktualität. Abschließend soll noch Herbert Marcuse mit seinem nachgelassenen Aufsatz "Ökologie und Gesellschaftskritik" zeigen, wo die heutigen Gesellschaftsdebatten ihren Ursprung haben.
Der Kurs soll 2019 mit drei weiteren Autoren fortgesetzt werden.

Anmeldung möglich ErLesenes - Literatur im Gespräch (05)

Fr. 24.08.2018 (10:00 - 11:30 Uhr) - Fr. 11.01.2019
Dozentin: Dr. Monika Lippke

Novellen vom Naturalismus bis zur Gegenwart
Die Novelle ist eine kurze, spannende Erzählform, die laut Goethe eine "unerhörte Begebenheit" zum Gegenstand macht. In ihrer historischen Entwicklung ist sie eng mit der Tradition mündlichen Erzählens in größerer Runde verknüpft. Bestens geeignet also, um darüber auch heute in offener Atmosphäre ins Gespräch zu kommen.
Ausgehend von unseren persönlichen Leseeindrücken erschließen wir gemeinsam die literatur- und kulturgeschichtliche Perspektive ausgewählter Novellen. Der Kurs setzt das letzte Semester fort, neue TeilnehmerInnen sind aber herzlich willkommen! Für sie gibt es zu Beginn einen kurzen Überblick zur Geschichte der Novelle bis ins 19. Jahrhundert.
Beim ersten Termin sprechen wir über Gerhart Hauptmann: Bahnwärter Thiel (1888). Die weiteren Texte, z.B. von Heinrich Mann, Arthur Schnitzler, Robert Musil, Martin Walser oder Hartmut Lange, werden nach Interessenlage der TeilnehmerInnen ausgewählt.

Plätze frei Einführung in die Philosophie (10)

Mo. 28.01.2019 (10:30 - 13:00 Uhr) - Mo. 25.02.2019
Dozent: Christopher Nixon

Walter Benjamin: "Über einige Motive bei Baudelaire"

Der Einsteigerkurs in die Philosophie richtet sich an alle, die am kritischen Denken und interdisziplinären Fragestellungen interessiert sind. Thematische Kenntnisse sind nicht erforderlich. Halbjährlich wechselt das Thema.
In seinem späten Essay zu Baudelaire - 1939, im Herbst des darauffolgenden Jahres geht Walter Benjamin (1892-1940) in den Freitod - unterzieht der jüdische Übersetzer, Essayist und Philosoph seinen "politischen Versprechungen der Medien-Utopie" (Gérard Raulet) aus dem vielzitierten Kunstwerke-Aufsatz eine Revision. Die dortige Zertrümmerung der Aura durch die technische Reproduktion (in Film und Fotografie) für die (antifaschistische) Politisierung des Ästhetischen hatte einen zu hohen Preis. Im Eingedenken, dem unwillkürlichen Erinnern zeigt Benjamin ein Gegenmodell und greift dabei auf literarische, psychologische und philosophische Schriften zurück: Baudelaire, Poe, Proust, Freud, Marx und Bergson.
80 Jahre nach Publikation dieses kongenialen Essays möchte ich mit Ihnen gemeinsam Stück um Stück den komplexen Denkzusammenhang erschließen, indem gerade diese intertextuellen Bezüge einbezogen werden sollen.
Zur Einführung empfehle ich einen Blick in das Benjamin-Handbuch, das bei J. B. Metzler erschienen ist.
Gérard Raulets Aufsatz "Chockerlebnis, mémoire involontaire und Allegorie" aus der "Zeitschrift für kritische Theorie" 2 (1996) stelle ich zusammen mit dem Baudelaire-Essay zu Kursbeginn online.
Die erste Sitzung möchte ich mit Dani Karavans Benjamin-Gedenkort beginnen (s. Foto). Im 35. Band des Jahrbuchs "Exilforschung" ist dazu ein Aufsatz erschienen (Verena Krieger, "Die Ambivalenz der Passage"), den ich ebenfalls online bereitstelle.
Senden Sie Fragen gerne an nixon@uni-mainz.de.

Plätze frei ErLesenes - Literatur im Gespräch (05)

Fr. 08.02.2019 (10:00 - 11:30 Uhr) - Fr. 07.06.2019
Dozentin: Dr. Monika Lippke

Haben auch Sie Freude daran, literarische Werke immer wieder neu zu entdecken? Weil dies am besten gemeinsam gelingt, treffen wir uns in bewährter, offener Atmosphäre, um über unsere Leseerfahrungen ins Gespräch zu kommen.
Wir lesen bekannte und unbekannte literarische Werke verschiedener Gattungen und Epochen, von Stars und Sternchen der Literaturgeschichte. Unsere eigenen Perspektiven können sich im Austausch untereinander weiterentwickeln. Sie werden ergänzt durch Informationen zu den literatur- und kulturgeschichtlichen Kontexten des jeweiligen Werks. Wenn wir auf diese Weise die Literatur neu ins Leben holen, gibt es sicher manchen Schatz zu entdecken!
Wir starten beim ersten Termin mit Robert Seethaler: Ein ganzes Leben (2014). Die weiteren Texte werden aus einer Vorschlagsliste nach Interessenlage der Teilnehmer/innen ausgewählt.

Plätze frei Empfänger unbekannt - Szenische Lesung zum Holocaust-Gedenktag (20)

So. 27.01.2019 16:00 - 17:30 Uhr
Dozentin: Sibylle Brandl

Szenische Lesung zum Holocaust-Gedenktag
Der jüdische Max Eisenstein und sein Freund, der verheiratete Maler Martin Schulze, emigrieren nach dem Ersten Weltkrieg nach San Francisco und bauen dort erfolgreich eine Kunstgalerie auf. 1932 kehrt Martin mit seiner Familie nach Deutschland zurück, Max bleibt in den USA. Sie haben vor, die Galerie von Deutschland und den USA aus gemeinsam zu betreiben. Sind ihre Briefe zunächst von tiefer Freundschaft und Sehnsucht nach der gemeinsamen Zeit geprägt, so verändert sich allmählich der ton, parallel zu den politischen Entwicklungen in Deutschland - 1933 wird Hitler zum Reichskanzler ernannt.
In der Inszenierung durch ZWÖLFplusEINS lesen die Enkelinnen der beiden Männer den Briefwechsel: Die Amerikanerin, als sie die Geschäftsunterlagen ihres Großvaters durchsieht und realisiert, dass die "Eisenstein Galleries" ursprünglich "Schulze-Eisenstein Galleries" hieß, doch hat sie nur die Briefe des Deutschen - bis auf einen Brief ihres Großvaters. Den anderen Teil der Korrespondenz findet die Enkelin des Deutschen beim Restaurieren des Schreibtischs ihres Urgroßvaters in einem Geheimfach. Von seiner Nazi-Vergangenheit wusste sie nichts, es wurde nur erzählt, dass ihr Großvater relativ jung gestorben sei.

Das Freie Theater ZWÖLFplusEINS besteht seit 2006 und vereint Spielerinnen und Spieler zwischen 20-55 Jahren, die über eine hohe spielerische Ausbildung im Amateurbereich verfügen. ZWÖLFplusEINS ist die Kammerspielvariante der Truppe mit bis zu vier Spielern.

Regie/Spiel: Freies Theater ZWÖLFplusEINS aus Mainz, Bettina Hoffmann und Sibylle Brandl u.a.

In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Johanneskirchengemeinde Bingen und dem Arbeitskreis Jüdisches Bingen.