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Programm / Programm / Gesellschaft / Geschichte, Zeitgeschehen
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Anmeldung möglich Livestream - vhs.wissen live: Inflation und Globalisierung - von 1850 bis heute (10101X)

So. 12.02.2023 19:30 - 21:00 Uhr in Online
Dozent: Prof. Dr. Harold James

Was ist der Motor für die Globalisierung? Welche Rolle spielen dabei Preisentwicklung, Warenverknappung und Inflation? Eine Antwort kann in der Analyse unseres kollektiven gegenüber Krisen liegen.
Mit den Hungersnöten ab 1840 über die Hyperinflation 1923, die Ölkrise der 1970er-Jahre, die Finanzkrise 2008/09 bis zur Coronakrise werden große wirtschaftliche Schockmomente identifiziert.
Und mit dem Ukrainekrieg und der Energiekrise bahnt sich bereits der nächste Schockmoment an. In dem Vortrag werden die Mechanismen, die diese Schocks prägen, analysiert.

Harold James ist Professor für Geschichte und internationale Politik an der Universität Princeton. Er zählt weltweit zu den renommiertesten Wirtschaftshistorikern der Gegenwart.

Anmeldung möglich Livestream - vhs.wissen live: Der sterbliche Gott. (10102X)

So. 16.04.2023 19:30 - 21:00 Uhr in Online
Dozent: Jörg Baberowski

Im Februar 1917 zerfiel in Russland in wenigen Wochen, was in Jahrhunderten kunstvoll errichtet worden war. Wie konnte es geschehen, dass der alte Staat nicht einmal mehr die Kraft aufbrachte, sich gegen seine Widersacher zu behaupten, obwohl er doch noch im Besitz des Gewaltmonopols war? Warum verhallte das Freiheitsversprechen der Revolution ungehört und warum ging mit der alten Ordnung das staatliche Gefüge überhaupt zugrunde?
Niemand hätte 1914 für möglich gehalten, was 1917 geschah: dass die Selbstherrschaft und ihre scheinbar allmächtige Bürokratie in nur wenigen Tagen zu Staub zerfielen, das Vielvölkerreich zerbrach. Und wer hätte sich im Februar 1917 überhaupt vorstellen können, dass ausgerechnet Lenin und seine Anhänger die Macht an sich reißen und eine Gewaltherrschaft errichten würden?
Offenbar hängt der Erfolg von Revolutionen gar nicht davon ab, was die Mehrheit will, sondern vielmehr davon, was Machthaber und Herausforderer in einer Situation tatsächlich können.

Jörg Baberowski ist seit 2002 Professor für Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität zu Berlin. Für sein Buch  „Verbrannte Erde: Stalins Herrschaft der Gewalt“ erhielt er den Preis der Leipziger Buchmesse

Anmeldung möglich Livestream - vhs.wissen live: Eine andere Jüdische Weltgeschichte (10103X)

Mi. 26.04.2023 19:30 - 21:00 Uhr in Online
Dozent: Michael Wolffsohn

Anhand einzelner Beispiele wird in dem Vortrag beschrieben, wie das Judentum die Weltgeschichte und die Weltkultur von den Anfängen bis heute prägte.
Dabei wird die Theologie ebenso wie die Geografie jüdischer Geschichte beleuchtet.  
So entsteht eine Universalgeschichte des Judentums, die Schulweisheiten entkräftet und antisemitische Ideologien durch Fakten entlarvt.
Michael Wolffsohn ist Historiker und Publizist, und einer der führenden Experten für die Analyse internationaler Politik. Bis 2012 lehrte er Neuere Geschichte an der Universität der Bundeswehr in München.

Anmeldung möglich Livestream - vhs.wissen live: Krieg und Frieden in der Ukraine. (10104X)

Mo. 08.05.2023 19:30 - 21:00 Uhr in Online
Dozentin: Kateryna Mishchenko

Vierzehn Monate nach dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine wollen die ukrainsche Publizistin Kateryna Mishchienko und der Osteuropa-Historiker Martin Schulze Wessel im Gespräch eine Einschätzung der Situation geben und möglicherweise einen Ausblick wagen. Wie kann man die Auswirkungen des Krieges auf die euopäischen Gesellschaften beschreiben. Und was bedeutet dies für mögliche Zukunftsprognosen.
 
Kateryna Mishchenko (Fellow des Wissenschaftskollegs 2022/2023) ist eine ukrainische Autorin, Verlegerin und Kuratorin zeitgenössischer Kunst. Sie war Herausgeberin des Online-Magazins Prostory und Mitbegründerin des Kiewer Verlags Medusa.
In ihren Publikationen setzt sie sich unter anderem mit der politischen Protestkultur der Ukraine auseinander. Auf Deutsch ist erschienen: Euromaidan. Was in der Ukraine auf dem Spiel steht (Suhrkamp 2014), Ukrainische Nacht (Spector Books 2015).
 
Martin Schulze Wessel lehrt Geschichte Ost- und Südosteuropas in München. Er ist u.a. Co-Vorsitzender der Deutsch-Ukrainischen Historikerkommission und Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.
Seine Forschungsthemen sind Religionsgeschichte Ostmittel- und Osteuropas, Geschichte der Imperien in Osteuropa, Gesellschaftsgeschichte Russlands im 19. Jahrhundert, Historiographie und Geschichtsdenken in Russland und Transnationale Beziehungen zwischen Ost-, Mittel- und Westeuropa.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Wissenschaftskolleg statt.

Anmeldung auf Warteliste Livestream - vhs.wissen live: Ist Geschichte gestaltbar? (10108X)

Mo. 30.01.2023 19:30 - 21:00 Uhr in Online
Dozent: Kurt Bayertz Kurt

Die Idee, dass Menschen ihre Geschichte machen oder gestalten können, ist aus dem politischen Leben nicht verschwunden. Im Gegenteil scheint sie angesichts der akut gewordenen globalen Probleme wie dem Klimaschutz eine Art Wiedergeburt zu erleben.
»We are here to make history« - mit diesen Worten stimmte 2014 der damalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, die Regierungsvertreter auf den Klimagipfel in New York ein. Nicht nur Regierungsvertreter und Politiker, auch Bürger und Aktivisten erheben den Anspruch, Geschichte gestalten zu können. Aber die Vorstellung, dass menschliches Handeln sich nicht innerhalb einer vorgegebenen kosmischen Ordnung oder am Leitfaden einer göttlichen Vorsehung abspielt, ist verhältnismäßig jung: Sie ist ein Produkt der Aufklärung. Und unumstritten war sie zu keinem Zeitpunkt. Im Gegenteil: Von Beginn an war sie mit grundsätzlichen, teils religiös, teils philosophisch, teils empirisch motivierten Bedenken konfrontiert.
Kurt Bayertz lehrte bis 2017 praktische Philosophie an der Universität Münster. Für sein Buch "Der aufrechte Gang - Eine Geschichte des anthropologischen Denkens" wurde er mit dem Tractatus-Preis für philosophische Essayistik ausgezeichnet.
Patrick Bahners ist Journalist im Feuilleton der FAZ. Er hatte Lehraufträge am Historischen Seminar der Universität Bonn und am Institut für Literaturwissenschaft der Universität Frankfurt am Main inne. 2003/2004 war er Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. 2012 hatte er die Dahrendorf-Gastprofessur an der Universität Konstanz inne

Plätze frei Vortrag: Saufen für den Führer (10110)

Do. 02.03.2023 19:00 - 20:30 Uhr in Gaustraße 20
Dozentin:

Nie zuvor - und auch nie danach(!) - hat es in Deutschland eine gewaltigere Absatzaktion für die heimischen Winzer gegeben: Unter der eingängigen Parole 'Wein ist Volksgetränk!' entfaltete das NS-Regime in den Friedensjahren des Dritten Reiches eine groß angelegte Weinpropaganda, die das Trinken deutschen Rebensaftes als geradezu nationale Tat beschwor. Und mehr noch: Ab 1935 übernahmen annähernd 1.000 Städte vom Rheinland bis nach Hinterpommern besondere 'Weinpatenschaften' für einzelne Winzerorte, wobei im Rahmen eines im ganzen Reich stattfindenden 'Festes der deutschen Traube und des Weines' vom Parteiapparat der NSDAP allerorten volkstümliche Weinfeste und Umzüge organisiert worden waren. Der Volksmund machte daraus rasch die Parole: 'Saufen für den Führer!' Tatsächlich wurde den deutschen Winzern damit seitens des Hitlerstaates eine propagandistische Aufmerksamkeit gewidmet, wie sie keiner anderen vergleichbaren Berufsgruppe in den Jahren der Hitlerdiktatur je zuteil geworden ist...

Auch in der Rheinstadt Bingen beteiligte man sich nach Kräften an dem staatlich verordneten einwöchigem Trinkgelage, wobei sich die Bevölkerung bereitwillig den Rebenerzeugnissen der eigenen Nahewinzer widmete.

'Saufen für den Führer!', so lautet folgerichtig das Thema eines Vortrages, in dem der Traben-Trarbacher Museumsleiter Dr. Christof Krieger dieses ungewöhnliche Kapitel der Binger Stadtgeschichte vorstellen möchte. Der promovierte Historiker, der sich in seiner Doktorarbeit an der Universität Trier erstmals wissenschaftlich mit der nationalsozialistischen Weinpropaganda beschäftigte, wird dabei auch Einblicke in die politische Aufladung und Instrumentierung des Binger Winzerfestes durch die Nationalsozialisten geben.

In Zusammenarbeit mit der Historischen Gesellschaft Bingen und dem Arbeitskreis Jüdisches Bingen

Anmeldung möglich Livestream - vhs.wissen live:JournalistInnen der SZ im Gespräch (10201X)

Mi. 22.02.2023 19:30 - 21:00 Uhr in Online
Dozentin:

Zwei RedakteurInnen der Süddeutschen Zeitung sprechen über ein aktuelles Thema.
Genauer Titel, Text und Name der beiden JournalistInnen werden zeitnah mitgeteilt.

In Kooperation mit der Süddeutschen Zeitung

Anmeldung möglich Livestream - vhs.wissen live: JournalistInnen der SZ im Gespräch (10203X)

Mi. 22.03.2023 19:30 - 21:00 Uhr in Online
Dozentin:

Zwei RedakteurInnen der Süddeutschen Zeitung sprechen über ein aktuelles Thema.
Genauer Titel, Text und Name der beiden JournalistInnen werden zeitnah mitgeteilt.

In Kooperation mit der Süddeutschen Zeitung

Anmeldung möglich Livestream - vhs.wissen live: "Welternährungssicherung und nachhaltige Ernährung (10401X)

Mo. 06.02.2023 19:30 - 21:00 Uhr in Online
Dozentin: Prof. Dr. Matin Qaim

Rund 25% der Weltbevölkerung leiden unter Hunger und Mangelernährung. Darüber hinaus wachsen die Probleme von Übergewicht und Adipositas, nicht nur in reichen, sondern zunehmend auch in ärmeren Ländern.
Im Vortrag werden historische Trends und zukünftige Herausforderungen der Ernährungssicherung vor dem Hintergrund planetarer Grenzen diskutiert.
Dabei werden auch aktuelle Krisen und deren Folgen für die Welternährung angesprochen.

Matin Qaim ist Professor für Agrarökonomie und Direktor am Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn.

Anmeldung möglich Livestream - vhs.wissen live: Landwirtschaftliche Tierhaltung in Deutschland (10402X)

Mi. 08.02.2023 19:30 - 21:00 Uhr in Online
Dozentin: Dr. Veronika Settele

Im Stall von 1990 erinnerte wenig an das dortige Geschehen vierzig Jahre zuvor.
Neue Tiere produzierten die begehrtesten Lebensmittel der Konsumgesellschaft, Fleisch, Milch und Eier, so günstig wie noch nie. Gleichzeitig verschwanden sie hinter die Kulissen des gesellschaftlichen Lebens.
In beiden deutschen Staaten sahen Agrarpolitik, Tierzucht, Tiermedizin, Agrarwissenschaft und die Bauern und Bäuerinnen vor Ort in einer Rationalisierung der Tierhaltung die vielversprechendste Möglichkeit, Anschluss an die Entwicklungen der Wohlstandsgesellschaft zu halten. Veronika Settele untersucht die Entwicklung der industrialisierten Massentierhaltung und zeigt dabei zugleich, warum sie trotz ihrer enormen ökonomischen Erfolge seit den 1970er Jahren Gegenstand einer kritischen Diskussion wurde.

Veronika Settele ist Historikerin an der Universität Bremen. Sie wurde 2020 von der VolkswagenStiftung  für die beste wissenschaftliche Nachwuchspublikation ausgezeichnet.



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