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Programm / Programm / Gesellschaft / Philosophie, Religion

Plätze frei 16. Interreligiöses Gespräch: Bewahrung der Schöpfung (10800)

Do. 07.07.2022 19:30 - 21:00 Uhr
Dozent: Dr. Mohammed Naved Johari

Es waren die heute vorherrschenden Religionen, die vor vielen Jahrhunderten die Naturreligionen zurückgedrängt haben und so zu einer Entmythologisierung der Natur beigetragen haben. Sie war zwar noch Schöpfung, aber nicht mehr beseelt oder bewohnt durch irgendwelche Göttinnen und Götter. Forschung wurde so erst möglich. Und so waren es in Europa meist jüdische, christliche oder muslimische Gelehrte, die den Grundstein für unsere heutige Medizin oder Naturwissenschaft gelegt haben.

Manche werfen aber heute gerade auch den großen Religionen vor, dass sie damit der Ausbeutung der Natur Tor und Tür geöffnet hätten und mitverantwortlich für die Klimakatastrophe wären. Doch schon lange gibt es religiöse Strömungen, die sich um eine Bewahrung der Schöpfung kümmern und mehr Respekt im Umgang mit der Natur einfordern, weil sie eben göttlichen Ursprungs ist und z.B. die Tiere auch ein Geschöpf Gottes sind und damit eine Würde besitzen.

Und so gibt es nicht nur die Friday for Future - Bewegung oder Scientist for Future, sondern auch Churches for Future oder Religions for Future. Gemeinsam verfolgen sie sicher sehr ähnliche Ziele. Und doch unterscheiden sie sich im Hinblick auf ihre Motivation und ihre Zukunftsvorstellungen und Hoffnungen. Welche Chancen in dieser Differenzierung stecken und welche Motivation religiöse Menschen im Hinblick auf den Klimawandel prägt, darum soll es in diesem 16. Interreligiösen Gespräch gehen.

Es diskutieren:

Dr. Mohammed Naved Johari (Islam)
Pfarrer Hubert Meisinger (Zentrum gesellschaftliche Verantwortung, evangelisch)
Rabbiner Dr. Jehoshua Ahrens
Martin Grüger (Churches for future, katholisch)

Einführung: Dekan Olliver Zobel

Neben den religiösen Vertreterinnen werden auch Schülerinnen und Schüler dabei sein, die sich mit diesen Bewegungen und dem Thema beschäftigt haben und so ihre Fragen und Wünsche in die Debatte einbringen werden.

In Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Dekanat Ingelheim-Oppenheim

Plätze frei Philosophisches Café - Denken Frauen anders? (10820G)

Mi. 20.07.2022 17:45 - 20:00 Uhr in Gaustraße 20
Dozentin: PD Dr. habil. Helke Panknin-Schappert

Das philosophische Café lädt Sie zum gemeinsamen Philosophieren ein. Es werden Fragen, die uns im Alltag bewegen, mit Hilfe großer Philosophen wie Platon, Thomas von Aquin oder Kant beantwortet. Dabei wird deutlich, dass Philosophie keine entlegene Wissenschaft ist, sondern Hilfe und Orientierung bietet.
Die einzelnen Veranstaltungen des philosophischen Cafés stellen thematisch abgeschlossene Einheiten dar und können auch einzeln von allen Altersgruppen besucht werden. Es werden philosophische Texte gemeinsam gelesen und diskutiert.

Termine:
20. Juli: Denken Frauen anders?

Können Frauen nicht einparken und Männer nicht zuhören? Was ist richtig an diesem Klischee?
Gibt es einen natürlichen Unterschied zwischen den Geschlechtern oder ist dieser durch die Kultur erzeugt? Simone de Beauvoir zufolge wird man nicht zur Frau geboren, sondern zur Frau gemacht.
Das philosophische Café diskutiert mit Hilfe von Aristoteles. John Stuart Mill, Simone de Beauvoir und anderen, ob Geschlecht ein Konstrukt ist oder ob es nicht doch unhintergehbare natürliche Bedingungen gibt, durch die wir uns verstehen.

Anmeldung möglich Livestream - vhs.wissen live: Die Menschenrechte (10202X)

Mi. 14.12.2022 19:30 - 21:00 Uhr in Online
Dozentin: Angelika Nußberger

Was in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 so selbstverständlich klingt, ist bis heute für unzählige Menschen keine Wirklichkeit.
Angelika Nußberger beschreibt anschaulich die Geschichte der Menschenrechte, ihre philosophischen Grundlagen sowie die aktuellen Debatten: Gibt es ein Menschenrecht auf Frieden und Umweltschutz? Wie universal gelten die Rechte? Und in welchem Maße dürfen Gerichtshöfe für Menschenrechte die Gesetzgebung einzelner Staaten bestimmen?
Angelika Nußberger ist eine deutsche Rechtswissenschaftlerin und Slavistin. Seit 2002 ist sie an der Universität zu Köln Inhaberin des Lehrstuhls für Verfassungsrecht, Völkerrecht und Rechtsvergleichung. Von 2011 bis 2020 war sie Richterin, von 2017 bis 2019 Vizepräsidentin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR)

Plätze frei Philosophie: - Hegel (10814)

Mo. 01.08.2022 (10:30 - 13:00 Uhr) - Mo. 05.09.2022
Dozent: Roberto Luis Ellis

Hegel: Phänomenologie des Geistes II
Wir machen mit der Phänomenologie des Geistes weiter und bauen darauf, was wir im vorherigen Kurs gemacht haben.

Plätze frei Philosophie: Sartre (10815)

Mo. 10.10.2022 (10:30 - 13:00 Uhr) - Mo. 05.12.2022
Dozent: Roberto Luis Ellis

Sartre: Das Sein und das Nichts I / Warten und Vergessen (Maurice Blanchot)
Mit dem Rücken von der hegelschen Dialetik gestärkt, setzten wir uns mit dem Sartrischen Existentialismus gründsätzlich auseinander. Parallel lesen wir den kurzen Text Warten und Vergessen von Maurice Blanchot.

Plätze frei Philosophisches Café - Gesamtreihe (10820)

Mi. 21.09.2022 (17:45 - 20:00 Uhr) - Mi. 14.12.2022 in Gaustraße 20
Dozentin: PD Dr. habil. Helke Panknin-Schappert

Das philosophische Café lädt Sie zum gemeinsamen Philosophieren ein. Es werden Fragen, die uns im Alltag bewegen, mit Hilfe großer Philosophen wie Platon, Thomas von Aquin oder Kant beantwortet. Dabei wird deutlich, dass Philosophie keine entlegene Wissenschaft ist, sondern Hilfe und Orientierung bietet.
Die einzelnen Veranstaltungen des philosophischen Cafés stellen thematisch abgeschlossene Einheiten dar und können auch einzeln von allen Altersgruppen besucht werden. Es werden philosophische Texte gemeinsam gelesen und diskutiert.

Termine:
21.09.2022: Gibt es ein Recht auf selbst bestimmtes Sterben?
16.11.2022: Schopenhauer und die Paradoxie des Todes
14.12.2022: Brauchen Menschen Eigentum?

Die ausführliche Beschreibung der einzelnen Termine finden Sie bei den einzelnen Kurstagen.

Plätze frei Philosophisches Café - Gibt es ein Recht auf selbst bestimmtes Sterben? (10820A)

Mi. 21.09.2022 17:45 - 20:00 Uhr in Gaustraße 20
Dozentin: PD Dr. habil. Helke Panknin-Schappert

Das philosophische Café lädt Sie zum gemeinsamen Philosophieren ein. Es werden Fragen, die uns im Alltag bewegen, mit Hilfe großer Philosophen wie Platon, Thomas von Aquin oder Kant beantwortet. Dabei wird deutlich, dass Philosophie keine entlegene Wissenschaft ist, sondern Hilfe und Orientierung bietet.
Die einzelnen Veranstaltungen des philosophischen Cafés stellen thematisch abgeschlossene Einheiten dar und können auch einzeln von allen Altersgruppen besucht werden. Es werden philosophische Texte gemeinsam gelesen und diskutiert.

Termin 19. Januar:
Gibt es ein Recht auf selbst bestimmtes Sterben?

Durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom Februar 2020 wurde das Verbot, die Selbsttötung "geschäftsmäßig zu fördern" für verfassungswidrig erklärt.
Wie begründet das Gericht das Recht auf selbstbestimmtes Sterben?
Das philosophische Café diskutiert mit Hilfe philosophischer Texte die Problematik der Sterbehilfe.

Plätze frei Philosophisches Café - Schopenhauer und die Paradoxie des Todes (10820B)

Mi. 16.11.2022 17:45 - 20:00 Uhr in Gaustraße 20
Dozentin: PD Dr. habil. Helke Panknin-Schappert

Das philosophische Café lädt Sie zum gemeinsamen Philosophieren ein. Es werden Fragen, die uns im Alltag bewegen, mit Hilfe großer Philosophen wie Platon, Thomas von Aquin oder Kant beantwortet. Dabei wird deutlich, dass Philosophie keine entlegene Wissenschaft ist, sondern Hilfe und Orientierung bietet.
Die einzelnen Veranstaltungen des philosophischen Cafés stellen thematisch abgeschlossene Einheiten dar und können auch einzeln von allen Altersgruppen besucht werden. Es werden philosophische Texte gemeinsam gelesen und diskutiert.

Termin 16. November:
Schopenhauer und die Paradoxie des Todes

Am Anfang der Philosophie steht die Frage nach dem Tod. Das Phänomen des Todes lässt die Begrenztheit unseres Lebens und unseres Begreifens offenbar werden; hierin manifestiert sich eine negative Erfahrung von Wissen überhaupt. Es entsteht ein spezifisch menschliches Bedürfnis nach der Entzifferung der Bedeutung der Welt, von dem sowohl die Religion als auch die Philosophie zeugen.
Aber welche ist die adäquate Antwort auf die Herausforderung des Todes? Was wissen wir überhaupt vom Tod? Die Auseinandersetzung mit dem Tod ist ein Topos, der sich durch die gesamte Philosophiegeschichte zieht.
Zur Deutung des Phänomens des Todes und damit verbunden der Frage nach der Unsterblichkeit der Seele die philosophische Theorie Arthur Schopenhauers heranzuziehen, mag zunächst befremden. Kann gerade der Atheist Schopenhauer, für den die Gottesvorstellung bloße Fiktion ist und für den es keine Glaubensartikel gibt, Antwort geben?
Im philosophischen Café werden gemeinsam Texte von Schopenhauer gelasen.

Plätze frei Philosophisches Café - Braucht der Mensch Eigentum? (10820C)

Mi. 14.12.2022 17:45 - 20:00 Uhr in Gaustraße 20
Dozentin: PD Dr. habil. Helke Panknin-Schappert

Das philosophische Café lädt Sie zum gemeinsamen Philosophieren ein. Es werden Fragen, die uns im Alltag bewegen, mit Hilfe großer Philosophen wie Platon, Thomas von Aquin oder Kant beantwortet. Dabei wird deutlich, dass Philosophie keine entlegene Wissenschaft ist, sondern Hilfe und Orientierung bietet.
Die einzelnen Veranstaltungen des philosophischen Cafés stellen thematisch abgeschlossene Einheiten dar und können auch einzeln von allen Altersgruppen besucht werden. Es werden philosophische Texte gemeinsam gelesen und diskutiert.

Termin 14. Dezember:
Braucht der Mensch Eigentum?

Nach John Locke gehört Besitz und Eigentum zu den Menschenrechten: Um Mensch zu sein benötigt der Mensch Eigentum. Demgegenüber sieht Jean Jacques Rousseau den Besitz als ein Ausdruck der Entfremdung an, da der Mensch sich nicht mehr aus seinem Überindividuellen Wissen des Menschseins versteht, sondern als Materie.
Mit Hilfe zentraler Texte wird die Frage nach dem Eigentum im philosophischen Café diskutiert.

Plätze frei Die Dekolonisierung des Museums (Online-Kurs) (10831X)

Do. 15.09.2022 (10:00 - 17:00 Uhr) - Fr. 16.09.2022 in Online
Dozent: Christopher Nixon

Die Eröffnung des Humboldt Forums in Berlin befeuerte eine anhaltende öffentliche Debatte. Kritisiert werden insbesondere die mit Raubgut gefüllten Sammlungsdepots in den ethnologischen Museen, die sich lange Forderungen nach Restitution widersetzten. Die Heidelberger Erklärung, anlässlich der Jahreskonferenz 2019 der Direktorinnen der ethnologischen Museen im deutschsprachigen Raum verabschiedet, hat eine neue Perspektive gesetzt, die schließlich zur gemeinsamen Restitutionsverpflichtung der sogenannten Benin-Bronzen führte. Dies ist sicherlich bisher die weitreichendste Folge der öffentlichen Diskussion.

In Deutschland ist die Debatte allerdings sehr stark auf die ethnologischen Museen fokussiert, weshalb sie oft die spartenübergreifende Kolonialität (Aníbal Quijano) der Institution Museum übersieht. Diese zeigt sich in ihrer Geschichte und ihren Geschichtsschreibungen, in Ausstellungsdisplays und Repräsentationsverhältnissen, in Blickregimen und ihren Machtverhältnissen. Ein Perspektivwechsel - die Dekolonisierung des Museums - muss die gesamte Institution mit ihren unterschiedlichen Grundaufgaben infrage stellen. Sammeln, Ausstellen, Kuratieren und Vermitteln sind dazu neu (postkolonial) zu denken.

In dem zweitägigen Online-Workshop werden gemeinsam Strategien entwickelt, wie sich Museen den Herausforderungen eines solchen postkolonialen Perspektivwechsels stellen können. Wie sieht die Zukunft des Museums in der postkolonialen und postmigrantischen Gesellschaft aus? Welche Utopie trägt diese Zukunft? Bei der Diskussion dieser Fragen bezieht der Workshop auch community-orientierte und integrale Museumsmodelle des Globalen Südens ein.

Der Workshop richtet sich insbesondere an freiberufliche und angestellte Museumsmacher:innen (Vermittler:innen, Kurator:innen, Sammlungsverantwortliche etc.) aus allen Museumssparten. Museumsliebhaber:innen sind ebenfalls herzlich eingeladen. Der Workshop dient auch zu Austausch und Vernetzung.


In dem Online-Workshop

- reflektieren Sie machtkritisch und intersektional Ihre eigene Positionalität,
- bewerten Sie Ihre Institution, Ihren beruflichen Kontext oder Ihr Arbeitsfeld in Hinsicht auf Diversitätsorientierung und Power-Sharing,
- lernen Sie Grundbegriffe der postkolonialen Theorie und der diskriminierungskritischen Bildungsarbeit kennen,
- erhalten Sie einen Überblick über die koloniale Geschichte der Museen und ihrer Repräsentationsregime ab dem 19. Jahrhundert,
- lernen Sie Best-Practice-Beispiele des postkolonialen und diskriminierungskritischen Sammelns, Ausstellens und Vermittelns kennen, die in den letzten Jahren in Deutschland und dem benachbarten Ausland realisiert wurden,
- lernen Sie community-orientierte und engagierte (alternative) Museumskonzepte aus dem Globalen Süden kennen,
- entwickeln Sie neue postkoloniale Strategien des Sammelns, Ausstellens und Vermittelns, die sie auf konkrete Fragestellungen und Projekte anwenden können,
- entwickeln Sie neue postkoloniale Strategien zur diversitätsorientierten Entwicklung der Museen in Personal, Programm und Publikum,
- entwickeln Sie neue postkoloniale Strategien für (post-)partizipative Projekte,
- entwickeln Sie eine Vision des postkolonialen Museums.

Workshopleitung:

Christopher A. Nixon ist seit 2022 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Politische Theorie und Ideengeschichte der Technischen Universität Dresden. 2020-2021 arbeitete er als Kurator für koloniale Vergangenheit und postkoloniale Gegenwart bei der Stiftung Historische Museen Hamburg und kuratierte dort in Co-Projektleitung eine Ausstellung zur kolonialen Verflechtung der hamburgischen Industrie. Er konzipierte und organisierte ebenfalls dort die mehrtägige Tagung 'Das postkoloniale Museum' (13.06-16.06.2021). 2013-2019 lehrte und forschte er an der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) Mainz. Als Lehrbeauftragter arbeitete Nixon an der Hochschule Kaiserslautern, der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung (Kunstuniversität) Linz, der Alice Salomon Hochschule (ASH) Berlin sowie der Evangelischen Hochschule Berlin (EHB). Seine Schwerpunkte sind: Postkoloniale und Kritische Theorie, Ästhetik und kritische Museologie. Nixon untersucht, wie sich koloniale Diskurse in Repräsentationsformen wie Ausstellungsdisplays, Wissenschaftsdispositiven und Blickregimen manifestieren. Derzeit bereitet er seine an der JGU Mainz im Fach Philosophie eingereichte Dissertation zum Thema Postkoloniale Ästhetik für die Veröffentlichung vor.