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Programm / Programm / Gesellschaft / Philosophie, Religion

Anmeldung möglich Livestream - vhs.wissen live: Welche Grenzen brauchen wir? (10201X)

Do. 23.06.2022 19:30 - 21:00 Uhr
Dozent: Gerald Knaus

Nach wie vor ringt die europäische Politik um eine Reform des Asylsystems. Die öffentliche Diskussion wird dabei oft von Schlagworten, falschen Tatsachenbehauptungen und Scheinlösungen dominiert. 
In diesem Gespräch wird diskutiert, welche ethischen Grundsätze in der Migrationspolitik zu berücksichtigen sind, wie humane Grenzen in der Realität möglich sein können und wie solche Ideen in eine mehrheitsfähige Politik einfließen können. 
 
Gerald Knaus ist ein österreichischer Soziologe und Migrationsforscher. Er ist Mitgründer und Vorsitzender des Think Tanks European Stability Initiative.
Er war maßgeblich am EU-Türkei-Abkommen vom 18. März 2016 zwischen der EU und der Türkei beteiligt.
Matthias Hoesch ist Philosoph und einer der führenden deutschen Migrationsethiker. Er forscht am Exzellenzcluster -Religion und Politik- der Universität Münster.

Plätze frei 16. Interreligiöses Gespräch: Bewahrung der Schöpfung (10800)

Do. 07.07.2022 19:30 - 21:00 Uhr
Dozentin: Dr. Mohammed Naved Johari

Es waren die heute vorherrschenden Religionen, die vor vielen Jahrhunderten die Naturreligionen zurückgedrängt haben und so zu einer Entmythologisierung der Natur beigetragen haben. Sie war zwar noch Schöpfung, aber nicht mehr beseelt oder bewohnt durch irgendwelche Göttinnen und Götter. Forschung wurde so erst möglich. Und so waren es in Europa meist jüdische, christliche oder muslimische Gelehrte, die den Grundstein für unsere heutige Medizin oder Naturwissenschaft gelegt haben.

Manche werfen aber heute gerade auch den großen Religionen vor, dass sie damit der Ausbeutung der Natur Tor und Tür geöffnet hätten und mitverantwortlich für die Klimakatastrophe wären. Doch schon lange gibt es religiöse Strömungen, die sich um eine Bewahrung der Schöpfung kümmern und mehr Respekt im Umgang mit der Natur einfordern, weil sie eben göttlichen Ursprungs ist und z.B. die Tiere auch ein Geschöpf Gottes sind und damit eine Würde besitzen.

Und so gibt es nicht nur die Friday for Future - Bewegung oder Scientist for Future, sondern auch Churches for Future oder Religions for Future. Gemeinsam verfolgen sie sicher sehr ähnliche Ziele. Und doch unterscheiden sie sich im Hinblick auf ihre Motivation und ihre Zukunftsvorstellungen und Hoffnungen. Welche Chancen in dieser Differenzierung stecken und welche Motivation religiöse Menschen im Hinblick auf den Klimawandel prägt, darum soll es in diesem 16. Interreligiösen Gespräch gehen.

Neben den religiösen Vertreterinnen werden auch Schülerinnen und Schüler dabei sein, die sich mit diesen Bewegungen und dem Thema beschäftigt haben und so ihre Fragen und Wünsche in die Debatte einbringen werden.

In Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Dekanat Ingelheim-Oppenheim

Anmeldung möglich Philosophie: Freiheit (10814)

Mo. 07.02.2022 (10:30 - 13:00 Uhr) - Mo. 16.05.2022
Dozent: Roberto Luis Ellis

Freiheit - vor dem Hintergrund der ästhetischen Handlung von Simone de Beauvoir werden wir von
Vita Activa und Natalität qua Arendt zur Positive & Negative Freiheit qua Bloch quer diskutieren.
Arbeiten von Sartre oder Camus werden uns helfen, diese Diskussionen zu bereichern.

Plätze frei Philosophie: Hegel (10815)

Mo. 23.05.2022 (10:30 - 13:00 Uhr) - Mo. 04.07.2022
Dozent: Roberto Luis Ellis

Philosophie des Geistes - Wir werden uns vielerlei mit den dialektischen Gedankengängen Hegels anfreunden. Viele Philosopha mögen ihm nicht; wir finden mindestens heraus, weswegen. Zumal entziffern wir, was er für eine Rolle bei dem Versuch einer phänomenolgischen Ontologie bei Sartre und die weitere Theorien von Simone de Beauvoir spielt.

Plätze frei Philosophie: Was ist Philosophie - Deleuze et Guattari (10816)

Mo. 20.06.2022 (10:30 - 13:00 Uhr) - Mo. 25.07.2022 in Freidhof 11
Dozent: Roberto Luis Ellis

Was ist Philosophie? - Gilles Deleuze und Felix Guatari sind eine spannende Philosophie Team aus dem zweiten hälfte des 20. Jahrhunderts, die zwar viele unterschiedliche Arten aktuellen Gedanken Strömungen beeinflüssten, allerdings in vielen aktuellen Philosophie Ästen weniger zu sehen sind. Wir schauen uns erstmal dass an, was bei Ihnen als erklärte Grundsteine der Philosophie sind.

Anmeldung möglich Philosophisches Café -Was ist Wahrheit? (10820E)

Mi. 18.05.2022 17:45 - 20:00 Uhr in Freidhof 11
Dozentin: PD Dr. habil. Helke Panknin-Schappert

Das philosophische Café lädt Sie zum gemeinsamen Philosophieren ein. Es werden Fragen, die uns im Alltag bewegen, mit Hilfe großer Philosophen wie Platon, Thomas von Aquin oder Kant beantwortet. Dabei wird deutlich, dass Philosophie keine entlegene Wissenschaft ist, sondern Hilfe und Orientierung bietet.
Die einzelnen Veranstaltungen des philosophischen Cafés stellen thematisch abgeschlossene Einheiten dar und können auch einzeln von allen Altersgruppen besucht werden. Es werden philosophische Texte gemeinsam gelesen und diskutiert.

Termine:
18. Mai: Was ist Wahrheit?

In unserem Alltag glauben wir Wahrheit in der sinnlichen Wahrnehmung erkennen zu können. Wir gehen davon aus, dass unsere Vorstellungen mit der Realität übereinstimmen, so, dass wir Wahres erkennen.
Ein wenig Nachdenken zeigt jedoch, dass sich die sinnlichen Wahrnehmungen verändern und keine Übereinstimmung mit dem Gegenstand gefunden wird.
Wie können wir somit Wahrheit finden?
Das philosophische Café untersucht die verschiedenen Definitionen von Wahrheit.

Plätze frei Philosophisches Café - Das Rätsel der Wahrnehmung (10820F)

Mi. 22.06.2022 17:45 - 20:00 Uhr in Freidhof 11
Dozentin: PD Dr. habil. Helke Panknin-Schappert

Das philosophische Café lädt Sie zum gemeinsamen Philosophieren ein. Es werden Fragen, die uns im Alltag bewegen, mit Hilfe großer Philosophen wie Platon, Thomas von Aquin oder Kant beantwortet. Dabei wird deutlich, dass Philosophie keine entlegene Wissenschaft ist, sondern Hilfe und Orientierung bietet.
Die einzelnen Veranstaltungen des philosophischen Cafés stellen thematisch abgeschlossene Einheiten dar und können auch einzeln von allen Altersgruppen besucht werden. Es werden philosophische Texte gemeinsam gelesen und diskutiert.

Termine:
22. Juni: Das Rätsel der Wahrnehmung

Das philosophische Café lädt ein, gemeinsam über das Rätsel der Wahrnehmung zu diskutieren. In unserem Alltagsverständnis gehen wir davon aus, dass eine Wirklichkeit an sich besteht und wir diese erkennen können. Ist die sinnliche Wahrnehmung in der Lage zu einer Übereinstimmung mit der Wirklichkeit zu gelangen? Welche Rollen spielen dabei die Empfindung und der Verstand?
Mit Hilfe von Gemälden und kleinen Experimenten diskutieren wir gemeinsam über die Wahrnehmung der Wirklichkeit.

Plätze frei Die Dekolonisierung des Museums (Online-Kurs) (10830X)

Do. 15.09.2022 (10:00 - 17:00 Uhr) - Fr. 16.09.2022 in Freidhof 11
Dozent: Christopher Nixon

Die Eröffnung des Humboldt Forums in Berlin befeuerte eine anhaltende öffentliche Debatte. Kritisiert werden insbesondere die mit Raubgut gefüllten Sammlungsdepots in den ethnologischen Museen, die sich lange Forderungen nach Restitution widersetzten. Die Heidelberger Erklärung, anlässlich der Jahreskonferenz 2019 der Direktorinnen der ethnologischen Museen im deutschsprachigen Raum verabschiedet, hat eine neue Perspektive gesetzt, die schließlich zur gemeinsamen Restitutionsverpflichtung der sogenannten Benin-Bronzen führte. Dies ist sicherlich bisher die weitreichendste Folge der öffentlichen Diskussion.

In Deutschland ist die Debatte allerdings sehr stark auf die ethnologischen Museen fokussiert, weshalb sie oft die spartenübergreifende Kolonialität (Aníbal Quijano) der Institution Museum übersieht. Diese zeigt sich in ihrer Geschichte und ihren Geschichtsschreibungen, in Ausstellungsdisplays und Repräsentationsverhältnissen, in Blickregimen und ihren Machtverhältnissen. Ein Perspektivwechsel - die Dekolonisierung des Museums - muss die gesamte Institution mit ihren unterschiedlichen Grundaufgaben infrage stellen. Sammeln, Ausstellen, Kuratieren und Vermitteln sind dazu neu (postkolonial) zu denken.

In dem zweitägigen Online-Workshop werden gemeinsam Strategien entwickelt, wie sich Museen den Herausforderungen eines solchen postkolonialen Perspektivwechsels stellen können. Wie sieht die Zukunft des Museums in der postkolonialen und postmigrantischen Gesellschaft aus? Welche Utopie trägt diese Zukunft? Bei der Diskussion dieser Fragen bezieht der Workshop auch community-orientierte und integrale Museumsmodelle des Globalen Südens ein.

Der Workshop richtet sich insbesondere an freiberufliche und angestellte Museumsmacher:innen (Vermittler:innen, Kurator:innen, Sammlungsverantwortliche etc.) aus allen Museumssparten. Museumsliebhaber:innen sind ebenfalls herzlich eingeladen. Der Workshop dient auch zu Austausch und Vernetzung.


In dem Online-Workshop

- reflektieren Sie machtkritisch und intersektional Ihre eigene Positionalität,
- bewerten Sie Ihre Institution, Ihren beruflichen Kontext oder Ihr Arbeitsfeld in Hinsicht auf Diversitätsorientierung und Power-Sharing,
- lernen Sie Grundbegriffe der postkolonialen Theorie und der diskriminierungskritischen Bildungsarbeit kennen,
- erhalten Sie einen Überblick über die koloniale Geschichte der Museen und ihrer Repräsentationsregime ab dem 19. Jahrhundert,
- lernen Sie Best-Practice-Beispiele des postkolonialen und diskriminierungskritischen Sammelns, Ausstellens und Vermittelns kennen, die in den letzten Jahren in Deutschland und dem benachbarten Ausland realisiert wurden,
- lernen Sie community-orientierte und engagierte (alternative) Museumskonzepte aus dem Globalen Süden kennen,
- entwickeln Sie neue postkoloniale Strategien des Sammelns, Ausstellens und Vermittelns, die sie auf konkrete Fragestellungen und Projekte anwenden können,
- entwickeln Sie neue postkoloniale Strategien zur diversitätsorientierten Entwicklung der Museen in Personal, Programm und Publikum,
- entwickeln Sie neue postkoloniale Strategien für (post-)partizipative Projekte,
- entwickeln Sie eine Vision des postkolonialen Museums.

Workshopleitung:

Christopher A. Nixon ist seit 2022 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Politische Theorie und Ideengeschichte der Technischen Universität Dresden. 2020-2021 arbeitete er als Kurator für koloniale Vergangenheit und postkoloniale Gegenwart bei der Stiftung Historische Museen Hamburg und kuratierte dort in Co-Projektleitung eine Ausstellung zur kolonialen Verflechtung der hamburgischen Industrie. Er konzipierte und organisierte ebenfalls dort die mehrtägige Tagung 'Das postkoloniale Museum' (13.06-16.06.2021). 2013-2019 lehrte und forschte er an der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) Mainz. Als Lehrbeauftragter arbeitete Nixon an der Hochschule Kaiserslautern, der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung (Kunstuniversität) Linz, der Alice Salomon Hochschule (ASH) Berlin sowie der Evangelischen Hochschule Berlin (EHB). Seine Schwerpunkte sind: Postkoloniale und Kritische Theorie, Ästhetik und kritische Museologie. Nixon untersucht, wie sich koloniale Diskurse in Repräsentationsformen wie Ausstellungsdisplays, Wissenschaftsdispositiven und Blickregimen manifestieren. Derzeit bereitet er seine an der JGU Mainz im Fach Philosophie eingereichte Dissertation zum Thema Postkoloniale Ästhetik für die Veröffentlichung vor.