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03.12.2021 12:20 Alter: 363 Tage

75 Jahre vhs Bingen


75 Jahre vhs Bingen

Dr. Tillmann Bendikowski, Gründer und Leiter der Hamburger Medienagentur Geschichte, begeisterte mit seinem Festvortrag zum Thema: Einfach. Bildung. Zur Geschichte von Klugheit und Dummheit.

Grußwort der Direktorin des Verbands der Volkshochschulen von Rheinland-Pfalz

Der Ehrenbürger der Stadt Bingen und Ehrenvorsitzende der Volkshochschule und Musikschule Bingen Clemens Hahn mit Gästen: Ehrenbürger Kuno Piroth, Regina Hahn-Blaik, Ulrike Krenzel und Sabine Markowski

Petits Fours zum 75. Geburtstag der vhs vom Konditormeister Klemens Maginot, seit vielen Jahren Kursleiter an der vhs Bingen

Ehrung langjähriger Kursleitender Alle mit Feser, Friedrich und Nohr.

Publikum vor Ort im großen Saal. Der Festakt wurde zeitgleich im YouTube-Kanal der vhs Bingen übertragen.

Das Team der Volkshochschule und Musikschule Bingen mit dem vhs-Vorsitzenden OB Feser

Mit einem Festakt feierte die vhs Bingen den 75. Jahrestag ihrer Gründung. Am 15. November 1946 traf sich zum ersten Mal das Kuratorium der Volkshochschule Bingen. Das erste Trimester startete nach nur zwei Monaten Vorbereitungszeit bereits am 27. Januar 1947 mit dem noch übersichtlichen Programm aus sieben Kursen und 14 Vorträgen. Politische Bildung stand kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Zeit des Nationalsozialismus im Zentrum der vhs-Arbeit. In den vergangenen 75 Jahren hat sich viel verändert. Das Semesterprogramm ist inzwischen über 250 Seiten dick und thematisch hat sich die Volkshochschule und Musikschule Bingen zu einem Vollversorger der Weiterbildung entwickelt. Zur vhs gehören die Musikschule, die Bildungsberatungsstelle, die Junge Kunstwerkstatt und das Lernzentrum. Yoseong Ma von der Musikschule gestaltete mit drei furios vorgetragenen Klavierstücken das musikalische Rahmenprogramm.

 

In seiner Rede würdigte Oberbürgermeister Thomas Feser, der seit 16 Jahren vhs-Vorsitzender ist, die 75-jährige Geschichte der Bildungseinrichtung. „Ob politische Bildung nach dem zweiten Weltkrieg, kulturelle Bildung und Studienreisen in der 60er Jahren des letzten Jahrhunderts oder berufliche Bildung am PC, ob es um die Integration geflüchteter Menschen nach 2015 ging oder ganz aktuell um die Digitalisierung – die Volkshochschule Bingen hat sich stets den aktuellen Fragen angenommen und dazu beigetragen, die Menschen bei gesellschaftlichen Entwicklungen mitzunehmen.“

 

Mit ihrem umfassenden Angebot, mit innovativen Projekten, durch die gute Vernetzung mit anderen Akteuren in Bingen und darüber hinaus ist die vhs das kommunale Weiterbildungszentrum und damit Teil der kommunalen Daseinsvorsorge. Sie steht allen Bürgerinnen und Bürgern offen und eröffnet vielfältige Zugänge zur Weiterbildung, weckt aber auch neue Bildungsbedürfnisse und ermöglicht freiwilliges Lernen mit Freude und Zufriedenheit. Sie ist dabei besonders um jene Menschen bemüht, die bislang zu wenig von Bildung profitieren. Krisen bewältigen, die Zukunft mitgestalten, Bildung für alle in allen Lebensbereiche ermöglichen - dafür stand die vhs Bingen in den letzten 75 Jahren und dafür steht sie auch weiterhin. Selten war der Bedarf nach lebensbegleitendem Lernen so deutlich wie in der aktuellen gesellschaftlichen Situation, selten war Weiterbildung so wichtig wie heute.

 

Mit mehr als 1.000 durchgeführten Kursen und anderen Angeboten pro Jahr gehört die vhs Bingen zu den größeren Volkshochschulen in Rheinland-Pfalz. Die Direktorin des vhs-Landesverbands Ute Friedrich unterstrich in ihrem Grußwort die Bedeutung der Einrichtung über die Sadtgrenze hinaus. Die vhs Bingen ist frisch und innovativ, beteiligt sich an zahlreichen Projekten und landesweiten Kooperationen, ist Vorreiter bei der Digitalisierung und bei Online-oder Hybridangeboten. Das konnte man auch beim Festakt merken, der als Präsenzveranstaltung im großen Saal des Kulturzentrums und zeitgleich im YouTube-Kanal der vhs Bingen stattfand. Friedrich, bis vor kurzem selbst noch Leiterin einer Volkshochschule, dankte auch dem gesamten vhs-Team. Dass die vhs Bingen das alles leisten kann, dass die vhs Bingen so ist wie sie ist: menschlich, erfolgreich und überaus aktiv, liegt auch am großen Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das weit über das Übliche hinausgeht. Eine Einrichtung ist nur so gut wie die Menschen, die für sie arbeiten.

 

Im Mittelpunkt des Festakts stand der Vortrag des Hamburger Historikers Dr. Tillmann Bendikowski zum Thema „Einfach.Bildung. Zur Geschichte von Klugheit und Dummheit.“ Er verstand es, lehrreich und unterhaltsam zugleich, die Brücke zu schlagen zwischen der Sehnsucht nach Einfachheit und der Intellektuellenfeindlichkeit des Nationalsozialismus bis zur heutigen Gefahr, die von populistischen Parteien ausgeht. Über viele Jahrhunderte war Bildung nur wenigen Menschen vorbehalten, der größte Teil der Bevölkerung, insbesondere die Frauen, sollte einfach und ungebildet bleiben. Bildung war in der Geschichte stets der Feind autoritärer Staaten und Systeme und ist es auch heute noch. Es ist daher kein Zufall, dass die Volkshochschulen ein Kind der Demokratie sind und ihre Arbeit ist heute wichtiger denn je.

 

Mit dieser Bestätigung ihrer Daseinsberechtigung nimmt die Volkshochschule und Musikschule Bingen dynamisch und aktiv die nächsten 75 Jahre in Angriff. Dies machte vhs-Leiter René Nohr zum Abschluss des Festakts zusammen mit dem gesamten Team deutlich. Die vhs Bingen wird auch die Herausforderungen der Zukunft meistern, denn sie ist flexibel, veränderungsbereit und doch in ihrem Kern unverwechselbar – getreu ihrem Motto: Mittedrin. Für alle da.

 

 

Weitere Informationen unter: Tel. 06721-308850, Fax 06721-3088539, bzw. im Internet:

www.vhs-bingen.de, E-mail:

service@vhs-bingen.de